Werkzeuge für die Mobilität, Teil 2 – Software

Wohl dem, der sei­ne eige­ne Hard­ware und Soft­ware für die beruf­li­chen Auf­ga­ben nut­zen kann und darf. Geht aber oft nicht, denn manch­mal kennt man sich zwar auf den eige­nen Gerä­ten und in der eige­nen Soft­ware bes­ser aus, aber die IT-Abtei­lun­gen haben der Nut­zung eines „BYOD“ einen Rie­gel vor­ge­scho­ben.

Das kann mit­un­ter zu erheb­li­chen Pro­duk­ti­vi­täts­ein­bu­ßen füh­ren, vor allem für Selbst­stän­di­ge, die ja Geld damit ver­die­nen, Ergeb­nis­se zu lie­fern mit Kennt­nis­sen, die „im Haus“ nicht vor­han­den sind.

Was also tun, wenn die vor­han­de­ne Soft­ware am Arbeits­platz nicht den Anfor­de­run­gen an Effi­zi­enz und Pro­duk­ti­vi­tät ent­spricht, die für das Ergeb­nis eigent­lich not­wen­dig wären?

Dann lau­tet die Devi­se: „Impro­vi­sie­ren!“

Moder­ne Soft­ware zeich­net sich vor allem dadurch aus, dass mitt­ler­wei­le bis auf Nischen­an­bie­ter (die sich die Umstel­lung nicht leis­ten wol­len oder kön­nen) alle Soft­ware­her­stel­ler die Cloud nut­zen. Und zwar nicht nur als beque­men Daten­spei­cher, son­dern auch als Dreh- und Angel­punkt einer Stra­te­gie, die neben den sta­tio­nä­ren Rech­nern und ihren fla­chen Pen­dants, den Lap­tops und Net­books, auch alle ande­ren Mobil­ge­rä­te ein­be­zieht: von Smart­pho­nes über Tablets bis hin zu Smart­wat­ches.

Never trust data that you cannot take with you!“

Kein Mensch muss heut­zu­ta­ge noch Groß­rech­ner benut­zen, um die Flug­bahn einer Rake­te zum Mond und zurück zu berech­nen – das erle­di­gen Smart­pho­nes für den Bruch­teil des Prei­ses und ein Hun­der­tau­sends­tel des Gewichts. Mit der Minia­tu­ri­sie­rung ein­her ging aber auch eine unglaub­li­che Ent­wick­lung der Soft­ware, die immer bes­ser an die Hard­ware ange­passt wur­de und neben dem rei­nen Zuwachs beim Funk­ti­ons­um­fang auch zuneh­mend Rück­sicht auf die Benut­zer­ge­wohn­hei­ten nimmt: Nie­mand muss mehr einen „Com­pu­ter­kurs“ absol­vie­ren, nur um eine Tabel­le mit Zah­len zu fül­len und die Sum­me dar­aus zu bil­den.

Kurz: Abge­se­hen von spe­zi­el­len Soft­ware­lö­sun­gen, die eine hohe Rech­ner­leis­tung erfor­dern (z.B. CAD), las­sen sich die meis­ten Tätig­kei­ten auch auf mobi­len Gerä­ten erle­di­gen – ob Tabel­len­kalu­la­ti­on oder Kor­re­spon­denz, Daten­bank­aus­wer­tung oder die Steue­rung von Rechen­zen­tren. Dank der enor­men Stei­ge­rung in der Rechen­leis­tung kön­nen höher­wer­ti­ge Tablets wie ein iPad Pro pro­blem­los mit den han­dels­üb­li­chen Office-Com­pu­tern mit­hal­ten, wenn es um Rechen­leis­tung geht1.

Software

Die­se Leis­tungs­fä­hig­keit der Mobil­ge­rä­te wird natür­lich auch von den Soft­ware­her­stel­lern ange­zapft. Soft­ware­häu­ser wie Micro­soft oder Ado­be nut­zen sie, um die Leis­tungs­fä­hig­keit und den Funk­ti­ons­um­fang ihrer mobi­len Pro­gram­me (Apps) an das anzu­pas­sen, was sie seit Jah­ren für die sta­tio­nä­ren Rech­ner anbie­ten. Wäh­rend die Office-Pro­gram­me von Micro­soft bis auf weni­ge Spe­zi­al­funk­tio­nen ihren Pen­dants im PC-Bereich eben­bür­tig sind, gehen Her­stel­ler wie Ado­be den Weg, ihre sta­tio­nä­ren Pro­gram­me durch die Funk­tio­nen der Mobil­ge­rä­te zu ergän­zen.

In bei­den Fäl­len wird als „Trans­mis­si­ons­rie­men“ die Cloud benutzt: Ado­be Crea­ti­veCloud-Biblio­the­ken2 las­sen sich auf dem PC anle­gen, mit dem Smart­pho­ne frei­ge­ben und mit dem Tablet ergän­zen. Word-Doku­men­te schreibt man auf dem Lap­top, spei­chert sie in der Micro­soft One­Dri­ve-Cloud und kor­ri­giert sie unter­wegs auf dem Tablet, um sie von dort als PDF frei­zu­ge­ben und zu ver­schi­cken oder auf einem Ser­ver abzu­le­gen.

Ter­mi­ne und Bespre­chungs­no­ti­zen trägt man auf einem Tablet ein, wird auf der Rück­fahrt vom Smart­pho­ne an einen Anruf erin­nert, und fin­det nach der Rück­kehr alle Daten bereits auf dem Büro­rech­ner.

Übertragung

Dass Kon­takt­da­ten wie Tele­fon­num­mern selbst­ver­ständ­lich auf allen Gerä­ten eines Accounts syn­chron gehal­ten wer­den, dass Fotos und Nach­rich­ten allen Gerä­ten eines Accounts zur Ver­fü­gung ste­hen und kein Mensch mehr mit USB-Sticks oder Spei­cher­kar­ten her­um­läuft und die Infor­ma­tio­nen von einem Gerät sei­nes Accounts auf ein ande­res zu über­tra­gen – dar­an haben wir uns gewöhnt. Dass dies viel Zeit für die unpro­duk­ti­ve Suche nach Datei­en erspart, mer­ken wir schon weni­ger.

Es sind aber nicht nur die gro­ßen Soft­ware­her­stel­ler, die die Cloud nut­zen, son­dern auch eine Viel­zahl klei­ne­rer Anbie­ter, die noch nicht ein­mal eine eige­ne Cloud-Lösung anbie­ten, son­dern die sich an eine Cloud „dran­hän­gen“: Pro­gram­me von Readd­le bei­spiels­wei­se oder der Omnigroup (bei­des iOS und macOS) nut­zen die Cloud-Lösung von Apple, auf die sowie­so jeder Benut­zer eines Apple-Geräts Anspruch hat: Scans oder Visua­li­sie­run­gen legen die Daten in der iCloud ab. Von dort sind sie dann ent­we­der erreich­bar über die ent­spre­chen­de Soft­ware auf dem Rech­ner oder für den Down­load auf den Büro­rech­ner.

Lie­gen die Daten näm­lich erst hin­ter einem geschütz­ten Account in der Cloud, las­sen sie sich meist per Brow­ser errei­chen, der – hof­fent­lich per 2-Fak­tor-Authen­ti­fi­zie­rung – den Zugriff frei­gibt. Von dort kann man sie per E-Mail ver­schi­cken und in den Mail-Ord­ner ver­schie­ben, wo sie spä­ter auch mit einem E-Mail-Pro­gramm wie­der gefun­den wer­den kann. Denn auch E-Mails wer­den syn­chro­ni­siert.


  1. Ein DELL Inspi­ron 5570, also bei­lei­be kein schlech­ter Lap­top, besitzt in etwa die glei­che Rechen­leis­tung wie ein iPad Pro 10,5. 

  2. Biblio­the­ken sind wie­der­ver­wend­ba­re Infor­ma­ti­ons­bau­stei­ne für Datei­en, also bei­spiels­wei­se ein Logo, das in zahl­ei­chen ande­ren Doku­men­ten wie­der­ver­wen­det wird und nur ein­mal gepflegt wer­den muss.