Dies­mal gibt es einen per­sön­li­chen Gedenk­tag: es ist 20 Jah­re her, dass ich von Win­dows auf Mac umge­stie­gen bin. Der Grund war ein­fach: Win­dows didn’t cut it.

Damals stu­dier­te ich hier in Mün­chen Japa­no­lo­gie und muss­te mei­ne Arbei­ten schrei­ben, die sowohl deut­sche und eng­li­sche, als auch japa­ni­sche Zita­te ent­hiel­ten. Das war mit Win­dows 3.1 gar nicht mög­lich, da das Sys­tem nur 8bit-Zei­chen­sät­ze zuließ. Für asia­ti­sche Spra­chen aber braucht man wegen der so genann­ten „Dou­b­le­byte-Fonts“ 16bit. Das war kos­ten­los nur mit den teu­ren, aber sehr ein­fach zu benut­zen­den Apple-Rech­nern ab Sys­tem 7.1 mög­lich (sofern man das „Lan­guage-Kit“ nach­rüs­te­te, das die Schrift­zei­chen und meh­re­re Fonts ent­hielt).
Und das war dann auch mein ers­ter Rech­ner, den ich gebraucht erstand: ein Power­Book 520 mit Grau­stu­fen-Bild­schirm und einem 16 MHz-Pro­zes­sor. Wie sich her­aus­stell­te, war der kaum lang­sa­mer als mein Lap­top mit einer 100 MHz-Kar­te von Intel (ein 486). Schlim­mer war der gerin­ge Plat­ten­platz von 160 MB. Für eine Stan­ge Geld habe ich den 4MB-Arbeits­spei­cher auf 32 MB auf­ge­stockt, damit lief die Maschi­ne dann wie ein Hase — für dama­li­ge Ver­hält­nis­se. Und immer­hin konn­te ich damit sogar auf Sys­tem 8.0 auf­rüs­ten…
Ich will jetzt nicht mit wei­te­ren Geschich­ten zu den Lap­tops aus dem glei­chen Hau­se lang­wei­len, die ich im Lauf der Jah­re erwor­ben habe — wer sie kennt, der weiß, dass man in 20 Jah­ren zwar vie­le Pro­gram­me und Sys­te­me mit­macht, aber bis­lang kei­ne ein­zi­ge Schad­soft­ware ihr Unwe­sen trieb.
In der Zwi­schen­zeit sind die Rech­ner nicht nur erheb­lich preis­wer­ter gewor­den, auch hat sich die Fir­ma mit ihren Lap­tops, iPho­nes und iPads unter die ganz Gro­ßen der Tech­no­lo­gie-Bran­che kata­pul­tiert1.

Mitt­ler­wei­le ist um den Lap­top als Haupt­werk­zeug zwar ein klei­nes Bio­top gewach­sen aus ande­ren tech­ni­schen Kom­po­nen­ten, aber die eigent­lich ein­fa­che Benutz­bar­keit ist geblie­ben. It just works.

Auf die nächs­ten 20 Jahre!


  1. Das war damals nicht so klar, denn Apple stand kurz vor dem Bank­rott, was den Kauf des Rech­ners schon zu einem gewis­sen Risi­ko mach­te, denn dann muss­te even­tu­ell auch die gan­ze Soft­ware aus­ge­tauscht wer­den.