Es gibt vie­le Mög­lich­kei­ten, sei­ne Tou­ren mit dem Rad zu pla­nen. Die gesam­te Tour in Gedächt­nis regen­si­cher abzu­le­gen, ist sicher die erstaun­lichs­te. Es geht aber auch beque­mer, wenn man sein Smart­pho­ne nimmt.

Im Gegen­satz zu einem moto­ri­sier­ten Unter­satz muss der Rad­fah­rer nicht per­ma­nent auf sein Navi hören oder es anstar­ren. Das liegt an der Natur der Fort­be­we­gungs­art: sie ist lang­sa­mer und bie­te mehr Gele­gen­heit, sich an den natür­li­chen Gege­ben­hei­ten zu ori­en­tie­ren. Ab und zu aber braucht es doch eine Hil­fe der Tech­nik. Dies gilt umso mehr beim Renn­rad­fah­ren, denn es ist ja auch Teil des Ver­gnü­gens, nicht alle paar Minu­ten ste­hen­zu­blei­ben, eine Kar­te zu begut­ach­ten und dann die eige­ne Posi­ti­on dar­in aus­zu­ma­chen. Ein Renn­rad will rol­len, nicht ste­hen.

Um aber trotz­dem die beab­sich­tig­te Stre­cke nicht im Zen-Modus abzu­fah­ren1, emp­fiehlt es sich, sie zuvor zu pla­nen und dann die geplan­te Rou­te auch mit­zu­neh­men — am bes­ten auf einem Smart­pho­ne.
Das geht bei­spiels­wei­se so:

Voraussetzungen

Man benö­tigt:

  1. ein Smart­pho­ne mit einer instal­lier­ten App wie „Gaia“, die in der Lage ist, Kar­ten auch im Off­line-Modus auf dem Gerät zu spei­chern, damit man auch bei schlech­tem Netz­emp­fang die GPS-Infor­ma­tio­nen zuord­nen kann.
  2. einen kos­ten­lo­sen Account bei Bike­map, der nicht nur hilft, die Tour zu pla­nen, son­dern sie auch zu spei­chern und aus­zu­wer­ten.

 

Route planen

Wir star­ten, indem wir bei Bikemap.net im Brow­ser eine neue Rou­te anle­gen. Dazu mar­kie­ren wir den gewünsch­ten Aus­gangs­punkt und den Umkehr­punkt (oder das Ziel). Die Rou­te wird auto­ma­tisch berech­net, ist aber nicht immer die opti­ma­le. Daher soll­ten wir sie vor dem Spei­chern an unse­re Vor­stel­lun­gen anpas­sen, indem wir ein­zel­ne Punk­te mar­kie­ren und — ähn­lich wie bei Goog­le Maps — an die gewünsch­te Stel­le zie­hen.

Das geht mit ein biss­chen Übung recht flott. Jetzt ver­pas­sen wir der Rou­te einen Namen, mit dem wir sie spä­ter leicht wie­der­fin­den kön­nen, bei­spiels­wei­se mit dem Namen der Start- und Ziel­punk­te. Fan­ta­sie­na­men sind zwar auch mög­lich, dar­an las­sen sich die Tou­ren spä­ter aber schlecht erken­nen.

Sobald die Tour ent­spre­chend klas­si­fi­ziert und gespei­chert ist, kön­nen wir sie als *.kml-Datei her­un­ter­la­den. Ich ver­schie­be sie danach ger­ne in mei­ne Drop­box, da ich dar­auf auch vom Smart­pho­ne zugrei­fen kann (man könn­te jeden Cloud-Spei­cher neh­men, der einen Zugriff vom Smart­pho­ne zulässt).

Route laden

Um die Rou­te auf dem Smart­pho­ne anse­hen zu kön­nen, könn­te man natür­lich das Kar­ten­ma­te­ri­al von Goog­le benut­zen. Das zehrt aller­dings nicht nur böse am Akku, weil es stän­dig im Inter­net nach­lädt, son­dern erfor­dert auch eine „always-on“-Verbindung, ist also nicht off­line benutz­bar.2

Eine Route in Gaia.
Eine Rou­te in Gaia.

Ich neh­me in die­sem Fall „Gaia“. Dazu tip­pen star­ten wir die Drop­box und navi­gie­ren zu dem Ord­ner, in dem die KML-Datei liegt. Dort öff­nen wir die Datei mit Gaia, die die Daten impor­tiert und auf einer Open-Street-Map anzeigt. Nun wech­seln wir in den Down­load-Bereich zu „Mei­ne Kar­ten“ und mar­kie­ren den Kar­ten­aus­schnitt, den sich Gaia her­un­ter­la­den soll, und defi­nie­ren die Auf­lö­sung. (Die mög­li­chen 1:24.000 sind völ­lig aus­rei­chend.)

Jetzt dau­ert es einen Moment — dann wäh­len wir die gela­de­ne Kar­te und bestim­men sie als die anzu­zei­gen­de. Die Rou­te wird auf die Off­line-Kar­te pro­ji­ziert und steht ab sofort auch ohne Netz­an­bin­dung zur Ver­fü­gung.

Route fahren

Nein, das macht die App nicht. Das muss man selbst machen.
😉

Bild­quel­le: gaiagps.com


  1. Sie­he dazu auch Dou­glas Adams, „The Long Dark Tea-Time of the Soul“ 

  2. Seit weni­gen Tagen bie­tet auch Bike­map einen „Pro“-Account an, der die Kar­ten off­line zur Ver­fü­gung stellt, es lie­gen mir aber kei­ne Erfah­rungs­wer­te vor.