War das frü­her ein Gewe­se, ein Screen­cast zu erstel­len! (Falls Sie sich jetzt unter dem Begriff „Screen­cast” nichts vor­stel­len kön­nen, dür­fen Sie trotz­dem wei­ter­le­sen – Erklä­rung kommt gleich).

Um frü­her ein klei­nes Film­chen zu dre­hen zu einer kur­zen Sequenz auf dem Com­pu­ter­bild­schirm1, muss­te man bis vor weni­gen Jah­ren noch rich­ti­ge Kopf­stän­de machen: pas­sen­de Soft­ware für die Auf­nah­me, Platt­form bzw. Ser­ver für die Ver­öf­fent­li­chung, Datei­kom­pri­mie­rung und -auf­lö­sung …

Schnee von gestern.

Man muss natür­lich immer noch die Über­le­gun­gen anstel­len, wie lang der Film sein soll: 45 Sekun­den, danach reicht das Kurz­zeit­ge­dächt­nis nicht mehr2.
Aber dann geht es eigent­lich ganz schnell, vor allem, wenn man einen Com­pu­ter mit ange­bis­se­nem Apfel hat, denn da wer­den die erfor­der­li­chen Pro­gram­me mit­ge­lie­fert. Und die Schnitt­stel­len sind ein­ge­baut.

U-hund: Äktschn!

  1. Auf­nah­me vor­be­rei­ten. Alle benö­tig­ten Fens­ter und Pro­gram­me so anord­nen, dass man nicht end­lo­se Fahr­ten über den Bild­schirm machen und der Zuschau­er stän­dig die Maus ver­fol­gen muss.
  2. Bild­schirm­aus­schnitt wäh­len. Es inter­es­siert nie­man­den, wie groß Ihr Moni­tor ist und wel­che Pro­gram­me Sie sonst geöff­net haben. Der Bild­schirm­aus­schnitt hält den Fokus auf das Gesche­hen, soll­te also gera­de groß genug sein, damit alle benö­tig­ten Objek­te neben­ein­an­der Platz haben. Wenn ein Objekt nicht mehr benö­tigt wird, darf es ger­ne im Hin­ter­grund ver­schwin­den.
  3. Quick­Time star­ten und „Neue Bild­schirm­auf­nah­me”3 wäh­len.
  4. Gege­be­nen­falls den Ton abschal­ten. Der Inhalt soll­te auch ohne Gequas­sel ver­ständ­lich sein. Wenn dazu gere­det wer­den muss, stimmt das Kon­zept nicht.
  5. Den Auf­nah­me­knopf drü­cken und den Bild­schirm­aus­schnitt auf­zie­hen.
  6. Auf­nah­me star­ten. Es ist nicht schlimm, wenn es einen gewis­sen Vor­lauf gibt, den kön­nen Sie spä­ter weg­schnei­den.
  7. Hand­lung durch­füh­ren. Und jetzt bloß nicht wild mit der Maus her­um­fuhr­wer­ken! Der Zuschau­er folgt dem ein­zi­gen Objekt, das sich im Bild­aus­schnitt bewegt. Wenn das erra­tisch her­um­hüpft, weil Sie es gleich­zei­tig als Zei­ge-Instru­ment miss­brau­chen, ver­ur­sa­chen Sie Übel­keit.
  8. Alle Aktio­nen in der gewünsch­ten Rei­hen­fol­ge zügig, aber nicht has­tig durch­füh­ren. Der Zuschau­er muss nach­voll­zie­hen kön­nen, was Sie tun.
  9. Auf­nah­me been­den4.
  10. Auf­nah­me spei­chern und anschau­en. Wenn Sie nicht zufrie­den sind, machen Sie sie noch­mals. Ein paar „Takes“ sind nor­mal.

Postproduction

Jetzt kommt „iMo­vie” ins Spiel. Das Pro­gramm wird mit jedem aktu­el­len Mac aus­ge­lie­fert.

  1. iMo­vie star­ten und ein neu­es Pro­jekt anle­gen.
  2. Gespei­cher­te Auf­nah­me impor­tie­ren, bei­spiels­wei­se durch Drag & Drop.
  3. Auf­nah­me in das Zeit­fens­ter zie­hen und die über­flüs­si­gen Tei­le her­aus­schnei­den. Meist kom­men dabei der Vor­lauf und der Nach­lauf in den Reiß­wolf.
  4. Titel” wäh­len und ein pas­sen­des Lay­out für den Titel­text wäh­len. Da wir ohne Ton arbei­ten, muss der Text stich­punkt­ar­tig das erklä­ren, was der Zuschau­er nicht sehen kann. Gleich­zei­tig soll der Text aber nur beglei­ten und kei­ne Roman­form anneh­men.
  5. Die Titel an die rich­ti­gen Stel­len im Film zie­hen und Inhal­te ein­fü­gen. Der Text ist sta­tisch für die Zeit sicht­bar, die iMo­vie anzeigt. Er soll­te dabei etwas frü­her sicht­bar sein als das Ergeb­nis auf dem Bild­schirm, damit die Auf­merk­sam­keit zwi­schen dem Lesen des Tex­tes und der Kon­trol­le des Bil­des (actio – reac­tio) wech­seln kann.
  6. Kon­trol­lie­ren und anpas­sen.

Veröffentlichen

iMo­vie hat eine Schnitt­stel­le zu You­Tube. Das dürf­te der Kanal sein, über den man von über­all am schnells­ten zugrei­fen kann. Vimeo geht aber auch. Zwar erstellt iMo­vie die Fil­me in H.264, bei­de Platt­for­men über­neh­men aber die Anpas­sung an das Strea­ming, damit die Fil­me auch kor­rekt und flüs­sig ablau­fen5.

  1. In iMo­vie „Frei­ge­ben” wäh­len und den pas­sen­den Kanal aus­wäh­len. Gege­be­nen­falls müs­sen Sie sich anmel­den oder erst einen Account erstel­len.
  2. Publi­zie­ren und ein paar Minu­ten war­ten, bis der Film codiert wird und auf You­Tube nach­be­ar­bei­tet ist.
  3. Den Screen­cast auf You­Tube kon­trol­lie­ren (iMo­vie mel­det sich, sobald der Upload fer­tig ist).

Das war’s schon. Screen­casts auf die­se Wei­se zu publi­zie­ren hat einen enor­men Vor­teil: You­Tube über­nimmt aus nicht ganz altru­is­ti­schen Grün­den die Aus­wer­tung, wann und wie oft der Film auf­ge­ru­fen wur­de. Auch kann man die Fil­me auf You­Tube kom­men­tie­ren. Bei­des sind für den Redak­teur wich­ti­ge Hilfs­mit­tel, um Anga­ben zur Reich­wei­te und das Feed­back zu erhal­ten.

Bild­quel­le: http://www.trianomedien.de/system/pictures/25/normal/Filmrollen%20Geschenk-DVDs%20Jahrgangs-Filme%20002.JPG?1290779017


  1. Bei­spiels­wei­se das Anmel­den mit einem siche­ren Pass­wort. 

  2. Das hat aber nichts mit der Ver­brei­tung der Com­pu­ter zu tun oder der Smart­pho­nes, son­dern ist bio­lo­gisch begründ­bar. Die Merk­fä­hig­keit war bis auf weni­ge Aus­nah­men auch in Zei­ten ohne Com­pu­ter nicht grö­ßer. 

  3. Das ist ein­ge­deutscht für „Screen­cast” 

  4. Im Dock mit der rech­ten Maus­tas­te auf Quick­Time kli­cken und „Auf­nah­me anhal­ten” wäh­len. 

  5. Auch das ist ein Vor­teil der kur­zen Screen­casts im Unter­schied zu abend­fül­len­den Vide­os: sie sind schnel­ler abspiel­bar.