Das gest­ri­ge Wet­ter konn­te ich mir nicht ent­ge­hen las­sen: Nach zehn Tagen trü­ben Herbst­wet­ters end­lich mal son­nig – und schon war ich im Rennradsattel. 
Ich fin­de es sowie­so immer erstaun­lich (und auch beru­hi­gend), dass man sich mehr an die son­ni­gen Tage erin­nert als an die trü­ben Tage am Ende des Jah­res. So wie ich mich oft wun­de­re, dass eine Woche vol­ler Arbeit her­um ist und ich es fast gar nicht gemerkt habe, aber eine Woche Urlaub auf dem Fahr­rad in der Erin­ne­rung unend­lich län­ger ist – und auch län­ger in der Erin­ne­rung bleibt.
Mit ande­ren Wor­ten: unser Zeit­ver­ständ­nis und unse­re Merk­fä­hig­keit sind nicht line­ar. Das ist bekannt. War­um aber kann man das nicht bes­ser nutzen?
Wir hät­ten ver­mut­lich mehr Gespür für die Ewig­keit und wären weni­ger emp­find­lich für die um sich grei­fen­de Atem-, Rat- und Rast­lo­sig­keit des Alltags.
Sato­ri nann­ten das die alten Mön­che in Japan. Ein schö­ner Zustand.