Auch wenn der Titel es viel­leicht nahe­legt: das Fol­gen­de hat nichts mit Poli­tik zu tun. Soviel vorab.

Statt­des­sen geht es um ein wesent­lich pro­fa­ne­res The­ma: die Ver­wen­dung von E-Mails in der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on. An die­ser Stel­le kann man den Riss durch die Gene­ra­tio­nen hören: Es gibt Mit­ar­bei­ter, die haben sich gera­de dar­an gewöhnt, nicht wegen jeder Fra­ge anzu­ru­fen und den Gegen­über zu unter­bre­chen, son­dern eine Mail zu schrei­ben und sich auf die­sem Weg die Infor­ma­tio­nen zu besorgen.
Das hat fol­gen­de Vorteile:

  • Der Kol­le­ge1 wird nicht bei der Arbeit unterbrochen.
  • Die Ant­wort muss man nicht auf­schrei­ben und sich dabei mög­li­cher­wei­se ver­hö­ren, son­dern der Kol­le­ge schreibt sie auf. Bei Unklar­hei­ten hat man sofort eine Gesprächsbasis.
  • Die Ant­wort (und die Fra­ge sind archi­vier­bar. Auch Mona­te spä­ter kann man sich dar­auf beru­fen (im Gegen­satz zu einer Telefonnotiz).

Aber

Gera­de der letz­te Punkt hat es in sich: Die Funk­ti­on des Auf­he­bens macht nur dann Sinn, wenn auch Mona­te spä­ter eben jene bei­den Kol­le­gen auf die­se E-Mails Zugriff haben. Kommt ein drit­ter Kol­le­ge (oder eine Kol­le­gin) dazu, sieht es zap­pen­dus­ter aus, denn sie darf ja kei­nen Zugriff auf die E-Mails der Kol­le­gen erhal­ten. E-Mail-Kom­mu­ni­ka­ti­on ist bidirektional.
Das ist archaisch.
So lässt sich kein Infor­ma­ti­ons­pro­zess auf­bau­en, an dem mehr als zwei Per­so­nen teil­neh­men. Das mag vor zehn Jah­ren noch funk­tio­niert haben, als auf­grund der ver­ti­ka­len Struk­tu­ren in Orga­ni­sa­tio­nen sowie­so nur die Chefs mit­ein­an­der kom­mu­ni­ziert haben – heu­te ist das Vergangenheit.

Flach

Zuneh­mend wird auf­grund der hohen Spe­zia­li­sie­rung in Orga­ni­sa­tio­nen eine Grup­pen­kom­mu­ni­ka­ti­on not­wen­dig: alle im Team müs­sen auto­ma­tisch infor­miert wer­den, sobald sie dem Team bei­tre­ten. Die fla­che­ren Hier­ar­chi­en machen es nötig, dass sich Teams auch räum­lich ent­fernt bil­den und neu zusam­men­set­zen kön­nen – je nach Anforderung.
In der Doku­men­ta­ti­on muss der Über­set­zer nicht bei der Recher­che dabei sein, aber er muss die Fest­le­gun­gen in der Ter­mi­no­lo­gie ken­nen, die die Redak­teu­re getrof­fen haben. Auch wenn er spä­ter dazu kommt, muss er den gesam­ten Infor­ma­ti­ons­fluss ein­se­hen kön­nen. Dies geht aber nur mit Werk­zeu­gen, die nicht bidi­rek­tio­nal, son­dern mult­idi­rek­tio­nal ange­legt sind.
Glück­li­cher­wei­se gibt es die­se Werk­zeu­ge und sie wer­den auch von der jün­ge­ren Gene­ra­ti­on ger­ne genutzt, da sie die Arbeit effi­zi­en­ter machen.
Die Ver­gan­gen­heit liegt hin­ter uns. Und E-Mails gehö­ren dazu.


  1. ich ver­wen­de jetzt den männ­li­chen Titel nicht als Bevor­zu­gung, son­dern aus Platz­grün­den, mei­ne ver­ehr­ten Gemain­stream­ten.