Kei­ne Panik, es geht nur um eine Mut­ma­ßung mei­ner­seits über das „nächs­te gro­ße Ding“ in der Tech­ni­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on. Alle sit­zen bleiben.

Die Tech­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on ist ein altes Hand­werk, das es auf sich genom­men hat, die Tech­nik, die uns spä­tes­tens seit der Indus­tria­li­sie­rung zur Ver­fü­gung steht, auch dem Men­schen nahe­zu­brin­gen. Also ihm den Zugang zu erleich­tern, an sei­ne Neu­gier­de zu appel­lie­ren und an sein Ver­trau­en, sich mit die­sen Gegen­stän­den im Leben bes­ser zurecht zu fin­den. Qua­si Lebens­hil­fe für tech­ni­sche Pro­duk­te und – auf­grund der star­ken Ver­brei­tung die­ser Pro­duk­te – viel­leicht auch ein biss­chen Zuver­sicht, dass immer noch die Tech­nik dem Men­schen dient. Das tut sie näm­lich.1
Wege auf­zu­zei­gen, wie man tech­ni­sche Pro­duk­te meis­tert und auch mit ihren Unzu­läng­lich­kei­ten umge­hen kann, ist unser Auf­trag als Tech­ni­sche Redakteure.
Bis­lang geschah dies meist über ein noch älte­res Medi­um, das Papier.2 Wir benut­zen unse­re Augen, um anhand von Zeich­nun­gen, Bil­dern und Buch­sta­ben aus zwei­di­men­sio­na­len Reprä­sen­ta­tio­nen einen Sinn zu erken­nen, der uns hilft, die­se Pro­duk­te zu benut­zen: „Wie wech­selt man an die­sem Staub­sauger den Beu­tel? – Da muss doch irgend­wo eine Klap­pe sein?!“ …

Nur: wir brau­chen die­se Augen auch, um uns zu ori­en­tie­ren, um das Pro­dukt selbst zu erken­nen („Was soll die­ser rote Schal­ter da?“). Einen zwei­ten, wesent­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nal dage­gen las­sen wir dabei unbe­rück­sich­tigt: unse­re Spra­che. War­um soll­te man nicht auch in der Tech­ni­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on dar­auf zurück­grei­fen kön­nen – so wie man mit einem Kol­le­gen redet, der neben einem steht (oder per digi­ta­ler Schal­tung audio­vi­su­ell anwe­send ist)? Tech­nisch ist das kein Problem.
Ich kann seit Jah­ren mein Smart­pho­ne fra­gen, wel­ches Lied gera­de im Radio läuft, wenn ich das Mikro nur ein paar Sekun­den an den Radio­laut­spre­cher hal­te. Ich kann mein Tablet fra­gen, wo die nächs­te Piz­ze­ria oder die nächs­te Bus­hal­te­stel­le ist. Ich sage mei­nem Mobil­ge­rät, was es vor­le­sen soll oder wel­chen Film ich sehen möch­te – und es liefert.
War­um soll­te das nicht auch mit Hand­bü­chern gehen?
Gewiss, man muss sich redak­tio­nell umstel­len, muss mehr didak­tisch arbei­ten statt nur Tabel­len abzu­tip­pen. Man muss mehr an den Zuhö­rer den­ken und den situa­ti­ven Kon­text, muss die Satz­län­ge und den Satz­bau über­den­ken statt Brain­stor­ming abzubilden.
Aber das kön­nen wir doch. Tech­nisch geht das. Jetzt soll­ten wir Exper­ten auch aufschließen.


  1. Wer da jetzt auf­schreit, hat ein ernst­haf­tes Pro­blem mit sei­nem Selbst­wert. 

  2. Oder auch sei­ner digi­ta­len Ver­län­ge­rung, dem Bild­schirm