(Bild­quel­le: Screen­shot aus der Key­note der WWDC 2015, www.apple.com)
Die FAZ schreibt unter der Rubrik „Tech­nik & Motor“ (den Zusam­men­hang begrei­fe, wer mag):

Die Key­note von Tim Cook auf App­les Ent­wick­ler­kon­fe­renz hat die­ses Mal sehr lan­ge gedau­ert. Die Bilanz: Vie­le klei­ne Neu­ig­kei­ten bei den Betriebs­sys­te­men und zwei neue Apps. Aber was unter­schei­det den Strea­ming-Dienst „Apple Music“ von der Kon­kur­renz?
 – via FAZ.NET

Nun. Zunächst ein­mal waren da noch mehr Per­so­nen auf der Büh­ne, soweit ich auf den ers­ten Blick erken­nen konn­te (außer Herr Cook hat einen her­vor­ra­gen­den Visa­gis­ten). Der letz­te Satz aller­dings ist inter­es­sant: Ers­tens war­um das „aber“? Und zwei­tens war­um soll­te das über­haupt in die Über­schrift, wo es doch um eine Ent­wick­ler­kon­fe­renz geht?
Aber schau­en wir mal an, was so die Kon­kur­renz für wich­tig hält:

Der iPho­ne-Her­stel­ler hat ges­tern den Dienst Apple Music vor­ge­stellt. Die Fir­ma will nun die Bran­chen­grö­ße Spo­ti­fy ver­drän­gen. Die­ser Markt ist aktu­ell noch ver­gleichs­wei­se klein, laut Welt­verb­wand der Pho­no­in­dus­trie (IFPI) gibt es welt­weit 41 Mil­li­on zah­len­de Kun­den. Apple muss also nur einen klei­nen Teil sei­ner bereits vor­han­de­nen Kun­den davon über­zeu­gen, Apple Music zu nut­zen.
 – via Süddeutsche.de

Geschrie­ben von einem Her­ren, der sich viel­leicht um sei­nen Ruf mehr Gedan­ken machen soll­te als um ein Strea­ming-Abo (sie­he auch hier). Und ohne wei­te­ren Inhalt zum oben beschrie­ben Pro­dukt, son­dern mit einer Über­sicht zu Ange­bo­ten der Kon­kur­renz.
Nun ja, also nix.

Gut. Dann zur Tech­nik­pres­se.
c’t kom­men­tier­te live, hat also kein Zeit gehabt, sich eige­ne Gedan­ken zu machen. Das ist scha­de, denn das unter­schei­det ja auch den Men­schen von der Maschi­ne.
Also schau­en wir mal zu eng­lisch­spra­chi­gen Pres­se, hier mal zu WIRED:

Soon, search will be the easiest way to do all of the­se things. Not just to access the­se apps but to actual­ly use them. And when the act of che­cking a sports score or rea­ding a movie review is ful­ly sub­su­med into search, you’re not just tal­king about the end of the home screen — you’re tal­king about the end of apps them­sel­ves.
 – via WIRED

Na also. Hier traut sich mal Jemand, durch all die Vor­füh­run­gen und Mar­ke­ting­wol­ken durch­zu­schau­en und einen Blick in die Zukunft der Inter­ak­ti­on zu wagen. Bra­vo! In die­sem Fall geht es um die Benut­zung der Smart­pho­nes und der Idee, die Such­funk­ti­on mit der Sprach­er­ken­nung zu kop­peln, um die Bedie­nung der mobi­len Gerä­te noch „smar­ter“ zu machen.
Dies scheint mir eine der tat­säch­lich inter­es­san­te­ren Über­le­gun­gen zu sein: wie arbei­ten wir in Zukunft mit unse­ren klei­nen Spei­chern? Kön­nen wir sie noch all­tags­taug­li­cher machen, noch bes­ser inte­griert – was ja bedeu­tet, dass wir uns all­mäh­lich auf den Punkt zube­we­gen, der nicht mehr von uns ver­langt, sich den Maschi­nen anzu­pas­sen, son­dern die Maschi­nen in die Lage ver­setzt, sich uns anzu­pas­sen.1


  1. Erstaun­lich kurz­at­mig und viel­leicht auch typisch dage­gen die deut­sche Bie­der­mei­er­sicht: „Was kos­tet das und krieg’ ich das woan­ders bil­li­ger?“