Am Sams­tag habe ich mir ein neu­es Paar Lauf­schu­he gegönnt, nach­dem mei­ne alten nach ca. 12 Jah­ren doch schon „durch“ waren. Eigent­lich hat­te ich ja gar nicht mehr vor­ge­habt, Jog­gen zu gehen, obschon wir opti­ma­le Jog­gingstre­cken in der Nähe und auch direkt hin­term Haus haben (Feld, Wald, Seen und klei­ne Hügel). Mei­ne kaput­ten Knie­ge­len­ke1 haben sich durch das Renn­rad­fah­rer aber so sta­bi­li­siert, dass ich ab und an mit der Fami­lie (am bes­ten alle gemein­sam) auf die Pis­te gehe.

Und ich genie­ße es. Dabei fiel mir wie­der auf2, wie schön es ist, wenn man die Bewe­gung genie­ßen kann, wenn man die Vögel hört, das Kna­cken der Äste im Wald, das Knir­schen des Unter­grunds. Und nach dem Lau­fen „auf­ge­la­den“ fühlt.

Denn selt­sam ist es schon: wir schimp­fen und äch­zen über den Leis­tungs­druck und Stress im Beruf, die Unver­ein­bar­keit von Arbeit und Fami­lie, das Gedrän­ge auf der Stra­ße und den Kon­sum­ter­ror. Und ver­su­chen, dies in den Griff zu bekom­men, von uns fern zu hal­ten. Und dann trei­ben wir „Sport“ in der Natur oder in kli­ma­ti­sier­ten Räu­men und quä­len uns selbst mit einem Leis­tungs­druck, den sich ein Chef oder Kun­de nie anzu­ma­ßen ver­su­chen dürf­te. Per­vers.

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  1. Der Scha­den ist durch das Lau­fen lan­ger Stre­cken – u.a. Mara­thon – mit fal­schem Schuh­werk ent­stan­den. 

  2. Vor allem wenn ich die ver­bis­se­nen Gesich­ter der mir ent­ge­gen­kom­men­den Läu­fer sehe.