Ken­nen Sie eine Ein­heit für Inkom­pe­tenz? Ein „S.“? Nein? Kann­te ich auch nicht — bis ges­tern. Die Ein­heit wird nach einem Men­schen benannt, der Poli­ti­ker gewor­den ist — was ver­mut­lich dar­an liegt, dass er sich für ande­re Din­ge nicht eig­ne­te. Lei­der eig­net er sich als Poli­ti­ker aber auch nicht.
Zum Hin­ter­grund: ich war ges­tern auf der Jubi­lä­ums­fei­er der Schu­le unse­rer Kin­der. Das „Oskar “ wur­de 150 Jah­re alt und anläss­lich der damit ver­bun­de­nen Fei­er­lich­kei­ten sprach neben dem elo­quen­ten und intel­li­gen­ten Schul­lei­ter eben auch ein Herr S., sei­nes Zei­chens Minis­ter für Bil­dung in Bay­ern. Dass sei­ne Rede völ­lig inhalts­leer wer­den wür­de, hat­te ich bereits erwar­tet. Dass er aber den Namen des Schul­lei­ters nicht kann­te, war nur der Beginn einer Rede, die vor voll­kom­men unzu­sam­men­hän­gen­den Phra­sen strotz­te und durch eine Vor­trags­tech­nik unter­malt wur­de, die Sprech­pau­sen und Beto­nun­gen an völ­lig unge­eig­ne­ten Stel­len mach­te. Dass die baye­ri­sche Regie­rung mit Bil­dung wenig zu tun hat, wur­de dar­an deut­li­cher als es mir lieb war. Dass ein zustän­di­ger Minis­ter aber weder Ahnung von sei­nem Res­sort hat noch ver­nünf­tig Reden hal­ten kann oder die Grund­re­geln des Anstands beherrscht, hat mir Letz­te­re wäh­rend die­ser Abson­de­rung abver­langt. Ich saß lei­der in der Mit­te. Es war ein­fach entsetzlich.