Daten­si­che­rung ist wie die Vor­sor­ge fürs Alter: Ihr Feh­len fällt immer dann auf, wenn es zu spät ist. Dann wer­den hek­tisch Schul­di­ge gesucht, um das eige­ne Ver­säum­nis klei­ner zu machen. Man­che Pro­gram­me und vor allem Fir­men neh­men zumin­dest bei der Daten­si­che­rung dar­auf Rück­sicht, indem sie die Unter­neh­mens­da­ten regel­mä­ßig sichern und die Daten von den loka­len Rech­nern auf einen ange­schlos­se­nen Ser­ver kopie­ren, um sie bei Bedarf wie­der­her­stel­len zu kön­nen. Wie macht man das aber als Pri­vat­per­son? Exter­nes Lauf­werk anschlie­ßen, kopie­ren, abklem­men, weg­sper­ren? Es geht auch ein­fa­cher.

 

Sicherheit und Sicherung

Eine klei­ne Begriffs­klä­rung vor­ab:

  • Daten­si­che­rung ist der Schutz der Daten vor Ver­lust und ver­se­hent­li­chem Löschen,
  • Daten­si­cher­heit ist der Schutz der Daten vor unbe­rech­tig­tem Zugriff.

Zum Pro­gramm: Back­bla­ze ist ein Pro­gramm (oder viel­mehr ein Dienst), das die Daten von der loka­len Fest­plat­te auto­ma­tisch in einen gesi­cher­ten Ord­ner auf einem Inter­net­ser­ver kopiert, um sie so vor Ver­lust zu schüt­zen. Falls der Rech­ner abhan­den kommt oder die Fest­plat­te den Geist auf­gibt, las­sen sich die Daten wie­der auf das neue Gerät oder die neue Fest­plat­te zurück­spie­len. Im Gegen­satz zu einem „Lauf­werk“ wie der Drop­box legt man die Daten jedoch nicht manu­ell hin­ein (was ja sowie­so kei­ner macht), son­dern akti­viert einen Zeit­plan, der im Hin­ter­grund abläuft. Damit ist dann eigent­lich schon alles erle­digt.

Natür­lich wer­den jetzt die Daten­schüt­zer rufen: „Das sind pri­va­te Daten! Die stellt man nicht ins Inter­net!“ Ja, stimmt, jede Datei, die den eige­nen Rech­ner ver­lässt, sei es per E-Mail oder über Daten­trans­fer ande­rer Art, ist poten­zi­ell gefähr­det. Sie kann abge­fan­gen und umge­lei­tet wer­den. Die­ser Aspekt betrifft die Daten­si­cher­heit und die­se ist ein nicht zu unter­schät­zen­des Gut im digi­ta­len Zeit­al­ter. Das Pro­gramm Back­bla­ze begeg­net die­sem Pro­blem, indem die Daten, die den Rech­ner ver­las­sen, zuvor ver­schlüs­selt wer­den und dann – ver­schlüs­selt – auf dem Ser­ver abge­legt wer­den.

Umfang und Dauer

Typ: Unbe­grenz­te Daten­si­che­rung (kon­ti­nu­ier­lich oder zum fest­ge­leg­te Zeit­punkt)

Prei­se: 5$ pro Monat oder 50$ pro Jahr oder 95$ für 2 Jah­re.

Back­bla­ze garan­tiert die stän­di­ge Ver­füg­bar­keit und Aus­fall­si­cher­heit des Ser­vers.

Erfah­rung: Ich ver­wen­de es seit einem Jahr und es ist ein abso­lu­ter „No-Brai­ner“. Es funk­tio­niert so gut, dass ich nur bei Rech­nungs­stel­lung dar­an erin­nert wer­de.

(Übri­gens kann man auch per Smart­pho­ne-App dar­auf zugrei­fen.)

Jetzt kommt das Inter­es­san­te für den Pri­vat­nut­zer: Der Umfang der Daten­si­che­rung ist belie­big. Mit ande­ren Wor­ten: ob Sie 50 MB oder 200 GB auf dem Ser­ver able­gen, ist dem Sys­tem gleich. Sie kön­nen unbe­grenzt Daten sichern. Um die­sen Spei­cher zu nut­zen, ist aller­dings ein Account not­wen­dig, mit des­sen Pass­wort die Daten auch wie­der her­ge­stellt wer­den kön­nen. Die­ser Account ist kos­ten­pflich­tig (sie­he rechts). Die Daten wer­den dabei inkre­men­tell gesi­chert, d.h. nach der ers­ten Gesamt­si­che­rung wer­den nur noch die Daten über­tra­gen, die geän­dert wur­den. Back­bla­ze erkennt, ob Sie einen Inter­net­zu­griff besit­zen und mel­det sich beim Ser­ver an, um die Daten zu kopie­ren. Die Dau­er des Trans­fers hängt von der Inter­net­ge­schwin­dig­keit ab, mit der Sie unter­wegs sind.

Anpassungen möglich

Nicht Jeder aber möch­te per­ma­nent auf Leis­tungs­ein­bu­ßen wäh­rend des Back­ups ver­zich­ten. oder alle Datei­en sei­nes Rech­ners dem Ser­ver anver­trau­en. Das ist kein Pro­blem, denn mit dem Pro­gramm lässt sich sowohl die zu nut­zen­de Band­brei­te (also der Anteil, der wäh­rend des Back­ups belegt wird), als auch die Uhr­zeit anpas­sen, zu der über­tra­gen wer­den soll. Außer­dem ist es mög­lich, die Art der Daten ein­zu­schrän­ken nach Datei­typ und Grö­ße. Was nicht über­tra­gen wird, ist aller­dings auch nicht gesi­chert.

Steue­rungs­pa­nel Back­bla­ze (OS X)

Raus aus der Theorie …

… rein in die Pra­xis. Wie funk­tio­niert das nun?

Zunächst ein­mal lädt man sich das Pro­gramm her­un­ter und instal­liert es auf dem Rech­ner. Nach­dem man sich einen Account ange­legt hat (die ers­ten 15 Tage Nut­zung sind kos­ten­los), beginnt das Pro­gramm mit der Zusam­men­stel­lung der zu kopie­ren­den Daten. Stan­dard­mä­ßig sind das alle. Das kann natür­lich dazu füh­ren, dass der Rech­ner zwei Tage damit beschäf­tigt ist, die Datei­en auf den Ser­ver zu schau­feln. Auch will man viel­leicht nicht gleich alle Daten auf den Ser­ver kopie­ren, son­dern nur einen Ord­ner. Dazu klickt man in den Ein­stel­lun­gen auf „Aus­nah­men“ („Exclu­si­ons“) und legt die Ord­ner und Datei­ty­pen fest, die nicht gesi­chert wer­den sol­len. Ent­spre­chend lässt sich im Tab „Leis­tung“ („Per­for­mance“) fest­le­gen, ob das Pro­gramm sich der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Band­brei­te auto­ma­tisch anpas­sen soll oder nur eine bestimm­te Band­brei­te nut­zen darf. Wäh­rend der Ein­stel­lun­gen war­tet das Pro­gramm mit dem Back­up, um danach mit den neu­en Ein­stel­lun­gen fort­zu­fah­ren. Ab dann muss man sich nicht mehr dar­um küm­mern.

Ein­stel­lun­gen in Back­bla­ze

Und zurück?

Was aber pas­siert, wenn mal wirk­lich eine Datei oder ein gan­zer Ord­ner aus dem Jen­seits wie­der­ge­holt wer­den soll? Dazu muss man den Brow­ser bemü­hen: Anmel­den und den Com­pu­ter aus­wäh­len, der gesi­chert wur­de (es könn­ten meh­re­re sein). Jetzt aus­wäh­len, ob man die wie­der­her­zu­stel­len­de Datei als kom­pri­mier­tes ZIP-Doku­ment her­un­ter­la­den möch­te oder aber von Back­bla­ze auf einem USB-Lauf­werk bzw. USB-Spei­cher­stick zuge­schickt bekom­men möch­te. Letz­te­res ist natür­lich teu­er, denn es fal­len Hard­ware- und Trans­port­kos­ten an. Für den Pri­vat­nut­zer emp­fiehlt sich daher der direk­te Down­load.

Jetzt muss man die Datei (oder den Ord­ner) nur noch auf dem Ser­ver fin­den. Dazu kann man im Ver­zeich­nis­baum des Back­ups suchen oder die Suche ver­wen­den bzw. den Zeit­raum ein­gren­zen. Und dann geht‘s los. 

Kur­ze Zeit spä­ter ist Datei da und die Sor­gen sind weg.