Eigent­lich tri­vi­al: kein Mensch ist eine Insel. Irgend­wie arbei­ten wir beruf­lich nie allei­ne, son­dern sind immer ein­ge­bet­tet in ein Netz­werk aus hori­zon­ta­len Ver­flech­tun­gen (Kol­le­gen) und ver­ti­ka­len Ver­flech­tun­gen (Kun­den, Vor­ge­setz­te). Das gilt vor allem für Selbst­stän­di­ge, die zwar kei­ne direk­ten Kol­le­gen haben, aber für den Infor­ma­ti­ons­aus­tausch sehr häu­fig auf Mit­strei­ter ange­wie­sen sind. Sei es, um Pro­jek­te gemein­sam bear­bei­ten zu kön­nen, sei es, um schnell Unter­stüt­zung zu erhalten.

In einem Unter­neh­men erle­digt dies das Intra­net. Und ohne Unter­neh­men? Igloo.

Was ist Igloo?

Kurz: Igloo ist „Soft­ware as a ser­vice“ (Saas), eine web­ge­stütz­te Inter­net-Platt­form, die die Funk­ti­on des Intra­nets über­nimmt, ohne dabei auf einem unter­neh­mens-eige­nen Ser­ver zu lau­fen. Qua­si das Intra­net in der Cloud. Und wie es bei mehr oder weni­ger auf­wän­di­gen Netz­werk­funk­tio­nen im Intra­net der Fall ist, über­nimmt auch Igloo meh­re­re die­ser Funk­tio­nen, die sonst nur von Micro­soft Exchan­ge und Kon­sor­ten bekannt sind:

  • Nach­rich­ten an ein­zel­ne und meh­re­re Mitglieder.
  • Ankün­di­gun­gen (Micro­blogs)
  • Grup­pen (Spaces)
  • Daten­trans­fer
  • Kalen­der
  • Foren
  • Adress­buch

Wie sieht das denn aus?

Igloo stellt sich als eine eige­ne Web­site dar, die frei kon­fi­gu­rier­bar ist. Das heißt, es wird nach der ers­ten Anmel­dung eine Art Stan­dard­an­sicht ange­bo­ten, die vom Admi­nis­tra­tor nach Belie­ben ange­passt und zusam­men­ge­stellt wer­den kann („White­board“). Für den Benut­zer bie­tet sich das Gan­ze als eine Art Inter­net­por­tal an, in dem er sich gemäß der ihm zuge­teil­ten Berech­ti­gun­gen bewe­gen und die Diens­te ent­spre­chend nut­zen kann.

 

Home­page der Igloo­com­mu­ni­ty readit | dokunezz

Die Ansicht im Brow­ser­fens­ter ist dabei dreigeteilt:

  • Ganz oben befin­det sich die Schnell­zu­griffs­leis­te. Dort kann man sich Lese­zei­chen anle­gen oder alle Nach­rich­ten auf­ru­fen oder auch Ankün­di­gun­gen verfassen.
  • Die Haupt­na­vi­ga­ti­on besteht aus Icons, deren Namen frei ein­stell­bar ist. Sie kön­nen nach Belie­ben ergänzt oder aus­ge­blen­det bzw. gelöscht wer­den (Admi­nis­tra­tor­rech­te vorausgesetzt).
  • Der Haupt­teil sind die Berei­che, die der Admi­nis­tra­tor ange­legt hat. Sie kön­nen vom Benut­zer ver­än­dert wer­den, sofern er dazu die Berech­ti­gung besitzt. Hier fin­den alle Modu­le Platz, die zur Benut­zung ver­lei­ten sol­len: Aktu­el­le Ter­mi­ne, Suche, Mit­glie­der der Grup­pe, Kom­men­ta­re, Dis­kus­sio­nen, FAQs, etc.

Alle Mit­glie­der der „Com­mu­ni­ty“ kön­nen vom Team­lei­ter oder Admi­nis­tra­tor ein­ge­la­den und bestimm­ten Grup­pen mit bestimm­ten Berech­ti­gun­gen zuge­teilt wer­den. Hin­zu kommt jedoch die Mög­lich­keit, für jede Grup­pe einen eige­nen „Space“ ein­zu­rich­ten, also einen Bereich inner­halb der Web­site, den nur bestimm­te Mit­glie­der ein­se­hen und benut­zen dür­fen. Dar­in lässt sich dann wie­der­um eine eige­ne Sei­te mit Ter­mi­nen, Dis­kus­sio­nen und Datei­en etc. anle­gen. Auf die­se Bereich haben ande­re Mit­glie­der, die nicht zu dem Team gehö­ren, natür­lich kei­nen Zugriff, ja, sie sehen den Bereich nicht einmal.

Selbst­ver­ständ­lich kön­nen alle Mit­glie­der des Igloos in ver­schie­de­nen Berei­chen mit unter­schied­li­chen Berech­ti­gun­gen aktiv sein. Für die Mit­glie­der mag dies teil­wei­se etwas ver­wir­rend sein („Gera­de konn­te ich noch einen Ter­min anle­gen, jetzt geht das nicht mehr! Ist das Inter­net kaputt?“), die Bedien­lo­gik ist jedoch völ­lig trans­pa­rent und kon­sis­tent auf­ge­baut, sofern man sich mit dem Kon­zept der Berech­ti­gun­gen und Rol­len kurz aus­ein­an­der­ge­setzt hat.

Sicherheit

Au. Schon wie­der ein Wol­ken­dienst!“, wer­den die ein­ge­fleisch­ten Sel­ber­ma­cher unter den Netz­werk­ad­mi­nis­tra­to­ren sagen, „Wie­der so ein Ein­falls­tor für Viren und Unge­be­te­ne!“ Ja und nein. Jeder Netz­werk, ob im Haus oder außer­halb lebt von der Ver­trau­ens­wür­dig­keit sei­ner Benut­zer. In die­ser Hin­sicht sind Net­ze außer­halb des Unter­neh­mens aller­dings im Vor­teil, denn die Inhal­te lau­fen abge­schot­tet von den inter­nen Netz­wer­ken. Sofern man sich nicht selbst einen Virus auf die Fest­plat­te schiebt, kommt auch das exter­ne Intra­net nicht an die eige­nen Daten.

Nutzen und Preis?

Wem nutzt das Gan­ze also? Igloo ist eigent­lich ide­al für klei­ne Teams, die gleich­zei­tig an meh­re­ren Pro­jek­ten in unter­schied­li­chen Rol­len und Grup­pen arbei­ten. Selbst­stän­di­ge Tech­ni­sche Redak­teu­re bei­spiels­wei­se. Hier kön­nen sie Infor­ma­tio­nen und Datei­en aus­tau­schen und kom­mu­ni­zie­ren – ohne die E-Mail-Brief­käs­ten ande­rer Mit­glie­der zu über­schwem­men, die mit die­sen Infor­ma­tio­nen gar nichts zu tun haben. Damit behält jedes Mit­glied jeder­zeit die Über­sicht über alle Pro­jek­te, in denen es tätig ist.

Links

Igloo­soft­ware

Einen all­ge­mei­ner Arti­kel zum Ein­fluss des Cloud-Com­pu­ting auf klei­ne Start-Ups fin­den Sie hier.

Und der Preis? Nun, für Teams bis zu 10 Per­so­nen gibt es das gan­ze Intra­net für umsonst. Dar­über wer­den pro Per­son 12 US-Dol­lar pro Monat fäl­lig. Selbst bei zeit­lich befris­te­ter Über­schrei­tung der Grup­pen­grö­ße sind die Kos­ten also ver­gleichs­wei­se nied­rig und kön­nen locker über die Pro­jekt­kos­ten ver­rech­net wer­den. Ein haus­ei­ge­ner Ser­ver und Admin kos­tet da ein Vielfaches …

Und sonst?

Natür­lich gibt es auch eine eigen­stän­di­ge App, die auf das Smart­pho­ne gela­den wer­den kann, aber bes­ser und aus­ge­reif­ter ist die Inter­net­sei­te selbst, die voll­stän­dig als „respon­si­ve HTML“ ange­legt ist und sich an das klei­ne­re Fens­ter eines Smart­pho­nes oder Tablets anpasst. Mit ande­ren Wor­ten: auch unter­wegs ver­passt man kei­ne Infor­ma­tio­nen. Da der Pro­vi­der eine 99,5%-Verfügbarkeit garan­tiert, kann also nichts ver­lo­ren gehen.

Mit ein paar Hand­grif­fen an der CSS lässt sich sogar das Aus­se­hen in gewis­sen Maßen an die eige­nen Bedürf­nis­se anpassen.

Dar­über hin­aus wer­den die Diens­te stän­dig aktua­li­siert und ver­fü­gen über einen aus­ge­zeich­ne­ten Support.