Nun, es ist nicht Fritz­chen, son­dern Jonas (9), der da singt, aber es klang damals ver­mut­lich ähn­lich. Hier der Text:

  1. Komm, lie­ber Mai, und mache die Bäu­me wie­der grün
    und lass mir an dem Bache die klei­nen Veil­chen blühn!
    Wie möch­te ich doch so ger­ne ein Veil­chen wie­der Sehn,
    ach, lie­ber Mai, wie ger­ne ein­mal spa­zie­ren gehn!
  2. Zwar Win­ter­ta­ge haben wohl auch der Freu­den viel:
    man kann im Schnee eins tra­ben und treibt manch Abend­spiel,
    baut Häu­ser­chen von Kar­ten, spielt Blin­de­kuh und Pfand,
    auch gibt’s wohl Schlit­ten­fahr­ten aufs lie­be freie Land.
  3. Doch wenn die Vögel sin­gen und wir dann froh und flink
    auf grü­nem Rasen sprin­gen, das ist ein ander Ding!
    Jetzt muss mein Ste­cken­pferd­chen dort in dem Win­kel ste­hen,
    denn draus­sen in dem Gärt­chen kann man vor Schmutz nicht gehn.
  4. Am meis­ten aber dau­ert mich Lott­chens Her­ze­leid,
    das arme Mäd­chen lau­ert recht auf die Blu­men­zeit.
    Umsonst hol ich ihr Spiel­chen zum Zeit­ver­treib her­bei,
    sie sitzt in ihrem Stühl­chen wie’s Hühn­chen aus dem Ei.
  5. Ach, wenn’s doch erst gelin­der und grü­ner drau­ßen wär!
    Komm, lie­ber Mai, wir Kin­der, wir bit­ten gar zu sehr!
    O komm und bring vor allem uns vie­le Veil­chen mit,
    bring auch vie­le Nach­ti­gal­len und schö­ne Kuckucks mit.

Die­ses Lied war in Preu­ßen vor dem ers­ten Welt­krieg für den Schul­un­ter­richt in der vier­ten Klas­se vor­ge­schrie­ben (Quel­le: Volks­lie­der­ar­chiv)

Und hier die ers­te Stro­phe zum Anhö­ren (MP3):