Cloud-Com­pu­ting“ ist mitt­ler­wei­le kein Fremd­wort mehr und wer nicht die letz­ten Jah­re auf einer ein­sa­men Insel ver­bracht hat, son­dern sich mit Com­pu­tern befasst hat  – ob es nun sta­tio­nä­re Rechen­knech­te oder die ubi­qui­tä­ren Mobil­ge­rä­te wie Smart­pho­nes oder Tablets sind – der weiß: sie alle sind ohne Netz­werk unend­lich dumm. Das Netz­werk aber ist nicht mehr nur das Kabel, das neben der Strom­zu­fuhr hin­ten aus der Maschi­ne her­aus­hängt, son­dern bezeich­net alle Arten des tech­ni­schen Daten­trans­fers. Meist han­delt es sich um eine kabel­ge­bun­de­ne oder zuneh­mend auch draht­lo­se Ver­bin­dung in das größ­te aller Netz­wer­ke: das Internet.

Bis­lang war das Inter­net für die älte­re Gene­ra­ti­on vor allem ein Quell des Ärgers: Dort gab es außer anstö­ßi­gen Inhal­ten oder Wer­be­müll kaum etwas zu holen. Bedroht von Schad­soft­ware aller Art, die die hin­ters­ten Ecken des eige­nen Com­pu­ters aus­zu­spä­hen imstan­de ist, wird das Inter­net daher vor allem pas­siv genutzt als eine Sym­bio­se aus Fern­se­her und Schreib­ma­schi­ne sozu­sa­gen. Die Wol­ke aber – das ist Inter­net 2.0.

Zur Wolke

Das Inter­net wur­de und wird von älte­ren Com­pu­ter­nut­zern haupt­säch­lich pas­siv genutzt: Man geht mit einem Brow­ser online, schaut sich gege­be­nen­falls Nach­rich­ten oder Pro­duk­te an, infor­miert sich über Wis­sens­da­ten­ban­ken wie Wiki­pe­dia und betrach­tet das Inter­net als eine Art Biblio­thek, zu dem man ein tech­ni­sches Gerät als Ein­tritts­kar­te benö­tigt. Das ent­spricht der Nut­zung eines Web 1.0.

Schlei­chend und mit zuneh­men­der Nut­zer­zahl und schnel­le­rer Tech­nik wur­de in den letz­ten Jah­ren aus der pas­si­ven Nut­zung eine akti­ve Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­form: Ob sozia­le Medi­en und Platt­for­men, auf denen in Sekun­den­schnel­le jeder sei­ne Mei­nung her­aus­po­sau­nen kann, Pro­duk­te ge- und ver­kauft wer­den kön­nen und man­che Mit­men­schen ihre Lebens­ge­schich­te aus­brei­ten, ob finan­zi­el­le Trans­ak­tio­nen oder Aus­tausch von Musik oder Fil­men – alles wird aktiv von Nut­zern irgend­wo im Netz­werk auf einem Ser­ver abge­legt. Die Mög­lich­keit, auf ein gigan­ti­sches Netz­werk zugrei­fen zu kön­nen und nicht mehr nur pas­siv zu kon­su­mie­ren, ist das Kenn­zei­chen des Web 2.0.

© techiewww.com | Die Funk­ti­ons­wei­se des Cloud Computing

Immer mehr wer­den aber nicht nur fer­ti­ge Pro­duk­te gehan­delt, son­dern auch so genann­te Diens­te ange­bo­ten: Ohne Inhal­te auf der eige­nen Fest­plat­te zu spei­chern, wer­den die­se direkt im Inter­net erstellt und abge­legt. Dazu ist ein schnel­ler Anschluss not­wen­dig und vor allem ein über­schau­ba­res Daten­pa­ket, das zwi­schen dem Nut­zer (Cli­ent) und dem Ser­ver hin- und her­ge­scho­ben wird. Dazu eig­ne­ten sich zunächst vor allem ein­fa­che­re Pro­gram­me wie Text­ver­ar­bei­tung oder Noti­zen. Ein Vor­rei­ter die­ser voll­stän­di­gen Ver­la­ge­rung war Goog­le mit sei­nem Office-Paket, das eine stän­di­ge Ver­bin­dung ins Inter­net erfor­dert. Diens­te die­ser Art kran­ken jedoch dar­an, dass sie immer auf eine aus­rei­chend schnel­le Anbin­dung an den Ser­ver ange­wie­sen sind.

Um die­se Schwach­stel­le zu umge­hen, gehen vie­le Unter­neh­men mitt­ler­wei­le dazu über, den loka­len Rech­ner als Zwi­schen­la­ger zu benut­zen: die Daten wer­den zunächst auf der eige­nen Fest­plat­te abge­legt und dann – meist unbe­merkt vom Benut­zer – im Hin­ter­grund auf den Ser­ver kopiert. Dazu muss der Benut­zer einen Ord­ner auf sei­ner Fest­plat­te ange­ben, der für die­sen auto­ma­ti­schen Abgleich genutzt wird. Ein ande­rer Benut­zer (oder der glei­che Benut­zer an einem ande­ren Gerät) kann dann Zugriff erhal­ten und einen ähn­li­chen Ord­ner auf sei­ner Fest­plat­te anle­gen. In die­sen wer­den dar­auf­hin die Daten vom Ser­ver hin­ein­ko­piert. Da der Daten­ab­gleich immer im Hin­ter­grund über die Ser­ver des Diens­te­an­bie­ters funk­tio­niert, ist das „Cloud-Syn­cing“ eine sehr beque­me Metho­de, die Begrenzt­heit des E-Mail-Anhangs zu umgehen.

Die Kombination

Die Bear­bei­tung der Doku­men­te auf dem eige­nen Rech­ner und die anschlie­ßen­de Ver­tei­lung auf alle an das Netz­werk ange­bun­de­nen Rech­ner ist eigent­lich eine Kom­bi­na­ti­on aus zwei unter­schied­li­chen Schrit­ten im Doku­men­ta­ti­ons­pro­zess, der Erstel­lung und der Ver­tei­lung. der Bei­de Tech­no­lo­gi­en mit­ein­an­der zu kom­bi­nie­ren, ist ein Trend, der sich erst in den letz­ten Jah­ren abzu­zeich­nen beginnt. Indem der Nut­zer für die Ver­tei­lung den Spei­cher­platz auf einem Ser­ver nutzt und sei­ne loka­le Fest­plat­ten­platz als Zwi­schen­spei­cher dient, kann er zwar Datei­en bequem aus­tau­schen, aber nicht wei­ter­ver­wen­den, denn ande­re Benut­zer haben meist nicht das Pro­gramm, um die­se Doku­men­te zu lesen oder zu bear­bei­ten. Gera­de kom­ple­xe­re Pro­zes­sen mit meh­re­ren Bear­bei­tern lei­den oft dar­un­ter, dass zwar alle Betei­lig­ten Zugriff die Doku­men­te haben, aber nicht alle über die glei­chen Pro­gram­me oder Pro­gramm­ver­sio­nen ver­fü­gen, die­se Doku­men­te auch zu ergän­zen oder zu bearbeiten.

Die­ses Pro­blem lässt sich dadurch umge­hen, dass alle Nut­zer der Doku­men­te auch Zugriff auf das Pro­gramm erhal­ten, das mit die­sen Inhal­ten umzu­ge­hen weiß. Dies hat Micro­soft schon vor Jah­ren erkannt und bie­tet sein Office-Pro­gramm­pa­ket mit einer Schnitt­stel­le für Doku­men­te an die auf sei­nem eige­nen Ser­ver abge­legt sind, den „Sky­Drive“. Um dies zu nut­zen, muss der Benut­zer also erst das Pro­gramm erwer­ben, selbst wenn er es nur zum kurz­zei­ti­gen Bear­bei­ten benö­tigt. Ein Umstand, den sich nur der Markt­füh­rer auf­grund der gro­ßen Ver­brei­tung sei­nes Office-Pak­tes erlau­ben kann. Eine Fir­ma wie Ado­be mit einer ver­gleichs­wei­se klei­nen Nut­zer­zahl kann das nicht.