Für Außen­ste­hen­de in etwa so inter­es­sant wie der Kanin­chen­züch­ter­ver­ein von Klein­kle­ckers­dorf: die tekom, Fach­ver­band für Tech­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on. Das ist in Deutsch­land die Adres­se für Tech­ni­sche Redak­teu­re und Berufs­tä­ti­ge aus dem Umfeld der Tech­ni­schen Doku­men­ta­ti­on und Kommunikation.

Ich war vor Jah­ren mal Mit­glied, bin aber dann aus­ge­tre­ten, weil ich den Ein­druck hat­te, dass sich dort nur Per­so­nen tref­fen, die sich ent­we­der ihr Leid kla­gen wol­len, obwohl es ihnen beruf­lich ganz gut geht, die aber fast alle aus dem Dunst­kreis der Fest­an­stel­lung stam­men. Für freie Tech­ni­sche Redak­teu­re bot die tekom nicht viel, denn außer der Vor­stel­lung von sünd­haft teu­ren Redak­ti­ons­sys­te­men oder der Knüp­fung bereits bestehen­der Kon­tak­te geschah kaum etwas Rele­van­tes für die Rand­grup­pe der Freien.

Nun habe ich einen neu­en Ver­such unter­nom­men und mir mal ange­schaut, wie das ist, wenn ich einen Work­shop hal­te – was ja dank mei­ner Tätig­keit als Lehr­be­auf­trag­ter eigent­lich mein täg­lich Brot ist: Dass Hoch­schu­len schlecht bezah­len, hat sich schon her­um­ge­spro­chen (wie man da auf einen hoch­qua­li­fi­zier­ten Nach­wuchs hof­fen kann, ent­zieht sich mei­nem Ver­ständ­nis), dass aber die tekom als Fach­ver­band mit Anspruch noch nicht mal die Rei­se­kos­ten für Refe­ren­ten über­nimmt, ist schon ein Zei­chen kom­plet­ter Ignoranz.

Gera­de in Zei­ten der zuneh­men­den Ver­flech­tung der Tech­nik­re­dak­teu­re mit den ver­schie­de­nen Berufs­grup­pen wie Über­set­zern, Mar­ke­ting-Ver­tre­tern, eLe­arning-Pro­fis, Usa­bi­li­ty-Exper­ten und App-Pro­gram­mie­rern der­ma­ßen rück­stän­dig zu sein, hat­te ich nicht erwar­tet. Nun denn, so kommt man dann eben nicht aus der selbst­ge­wähl­ten Bedeu­tungs­lo­sig­keit her­aus und kann wei­ter­hin jam­mern über die böse Welt da drau­ßen. Idio­syn­kra­ti­sches Koma sozusagen.