Schneck

Es war ein Scheck beson­ders dreist,
ein wah­rer Meis­ter aller Schnecken,
der gern den Gar­ten abgespeist
bis in die aller­letz­ten Ecken.
Er fraß Salat und alle Sprossen,
auch Blu­men, Bee­ren, Binsenkraut,
selbst Dor­nen hat er voll genossen,
sogar das Schne­cken­korn verdaut.
Und wenn der gro­ße Schneckenschreck
ihn mit der Sche­re woll­te spalten,
fand er geschickt ein Grasversteck
in klei­nen Löchern, Bodenfalten,
Ging dann der Jägers­mann ins Haus,
frus­triert, weil wie­der ohne Beute,
der Schneck kroch aus dem Loch heraus
und fräß‘ und schleim­te wohl noch heute,
– hätt´ nicht ein Igel ihn gerochen,
der eben durch das Gras gekrochen.

Moral
Oh Mensch  bemüh´ dich, mehr zu kriechen,
dann lernst Du, den Erfolg zu riechen.
(W.D. Kett­ling)