Der­zeit geis­tert ein Auf­ruf durchs Inter­net, bei dem sich Selbst­stän­di­ge an einer Online-Peti­ti­on betei­li­gen sol­len, um unse­re Arbeits­mi­nis­te­rin (ex-Zens­ur­su­la) dar­auf hin­zu­wei­sen, das eine mög­li­che Ein­füh­rung einer zwangs­wei­sen Alter­vor­sor­ge für zahl­rei­che Selbst­stän­di­ge eine unzu­mut­ba­re Här­te darstellt.

Auch ich soll­te mich an die­ser Peti­ti­on betei­li­gen, habe mich aber dage­gen ent­schie­den. Das hat auch Gründe.

Zwar sehe ich auch, dass es für einen jun­gen Selbst­stän­di­gen (und auch für sol­che, die schon län­ger dabei sind) eine hef­ti­ge Belas­tung dar­stellt, wenn ihnen im Monat 200-300 Euro aus der Kas­se gezo­gen wer­den. Vor allem, da man als Selbst­stän­di­ger ja nicht mit einem fes­ten monat­li­chen Ein­kom­men rech­nen kann. Bei klam­mer Kas­sen­la­ge schmer­zen die 200-300 Euro dop­pelt. Erst recht, wenn die Situa­ti­on anhält und einen die Alter­vor­sor­ge in den Ruin, sprich: die Insol­venz treibt.

Ande­rer­seits aber sehe ich es nicht ein, war­um sich nicht auch Selbst­stän­di­ge um ihre eige­ne Alters­vor­sor­ge küm­mern soll­ten. Die Gesell­schaft ist ja nicht dar­an schuld, dass sie selbst­stän­dig sind. Dass Selbst­stän­dig­keit nicht kos­ten- und risi­ko­los ist, weiß jeder, der das mal pro­biert hat. Das bedeu­tet, dass man sich schon vor dem Schritt (oder Sprung) in die Selbst­stän­dig­keit Gedan­ken dar­über machen muss, dass man viel­leicht mal älter wird und nicht mehr 8 Tage in der Woche ran­klot­zen kann.

Nun wer­den ja nur sol­che zwangs­ver­si­chert, die nicht bereits vor­ge­sorgt haben — sei es, weil sie sich nicht vor­stel­len kön­nen, dass sie älter wer­den, oder weil sie sich irgend­wann still­schwei­gend in einer immer dün­ner wer­den­den sozia­len Hän­ge­mat­te aus­zu­ru­hen beab­sich­ti­gen. In bei­den Fäl­len ist das dumm.

Aller­dings ist es wirk­lich rui­nös, einem Selbst­stän­di­gen in einer Flau­te einen Betrag abzu­knöp­fen, der ihn in guten Zei­ten kaum belas­tet. Ich plä­die­re daher dar­auf, die­sen Bei­trag nicht abso­lut fest­zu­le­gen, son­dern pro­zen­tu­al am monat­li­chen Umsatz – so wie es in der Umsatz­steu­er auch der Fall ist. Der pro­zen­tua­le Anteil kann ja nach per­sön­li­chem Anspruch gestaf­felt werden.

Macht Jemand mit? Ich wür­de der Minis­te­rin ger­ne einen sol­chen Vor­schlag unter­brei­ten. Wir könn­ten ihn gemein­sam formulieren.