Sie saßen und tran­ken am Teetisch,
Und spra­chen von Lie­be viel.
Die Her­ren waren ästhetisch,
Die Damen von zar­tem Gefühl.
Die Lie­be muß sein platonisch,
Der dür­re Hof­rat sprach.
Die Hof­rä­tin lächelt ironisch,
Und den­noch seuf­zet sie: Ach!

Der Dom­herr öff­net den Mund weit:
Die Lie­be sei nicht zu roh,
Sie scha­det sonst der Gesundheit.
Das Fräu­lein lis­pelt: Wie so?

Die Grä­fin spricht wehmütig:
Die Lie­be ist eine Passion!
Und prä­sen­tieret gütig
Die Tas­se dem Herrn Baron.

Am Tische war noch ein Plätzchen;
Mein Lieb­chen, da hast du gefehlt.
Du hät­test so hübsch, mein Schätzchen,
Von dei­ner Lie­be erzählt.
(Hein­rich Heine)