Ich habe nen Nach­bar, net­ter Kerl, der ist vor ein paar Jah­ren hier in unse­re Gegend gezo­gen. Nicht gra­de bil­lig hier, aber er dach­te damals, als Bus­fah­rer mit ein paar Über­stun­den kön­ne er sich das leis­ten. Und weil sei­ne Kin­der in die glei­che Schu­le gehen wie unse­re, haben wir aus­ge­macht, eine Fahr­ge­mein­schaft zu bil­den: jeden zwei­ten Tag nimmt er mei­ne mit, dafür neh­me ich abwech­selnd sei­ne Kin­der mit zur Schu­le. Er hat sich sogar so ne Fami­li­en­kut­sche gekauft, damit auch sei­ne Frau mit­fah­ren kann.
Und nu haben sie ihm gekün­digt. Den Wagen kann er sich nicht mehr leis­ten, auch wenn er noch nicht abbe­zahlt ist. Die Bank hat gesagt, er sol­le tüch­tig spa­ren — nur was? Sei­ne Frau arbei­tet als Fri­seu­rin, er kriegt ALG. Zum Spa­ren ist da nichts übrig. Außer er ver­kauft den Wagen mit den Schul­den. Dann aber kann er mei­ne Kin­der nicht mehr mit­neh­men und ich habe kei­ne Zeit, stän­dig sei­ne auch noch zu trans­por­tie­ren. Ich muss näm­lich arbei­ten. Mein Chef macht ziem­lich Druck, weil wir so vie­le Auf­trä­ge haben und er mich sonst erset­zen müss­te. Dann gin­ge es mir wie mei­nem Nach­barn. Nur dass der sich mit dem Nicht­ar­bei­ten ja schon aus­kennt. Der kommt ja aus Grie­chen­land…