Kei­ner will es ein­se­hen, der Traum war ein­fach zu schön: alle Län­der Euro­pas am trau­ten Tisch ver­eint und mit­ein­an­der Pro­duk­te tau­schend statt Krieg füh­rend. Deutsch­land als größ­ter Stör­fak­tor – immer­hin haben wir zwei Krie­ge und mil­lio­nen­fa­ches Leid zu ver­ant­wor­ten – ein­ge­bet­tet in ein undurch­dring­li­ches Geflecht gegen­sei­ti­ger Ver­pflich­tun­gen und Ver­trä­ge, gebun­den an die wech­sel­sei­ti­gen Ver­ein­ba­run­gen aus Geben und Neh­men.
Ein schö­ner Traum für­wahr.
Doch jetzt ist er geplatzt. Da hel­fen kei­ne Ret­tungs­schir­me und Beschwich­ti­gun­gen, kei­ne Vor­wür­fe an gie­ri­ge Ban­ken und auch kei­ne Miss­ach­tung wirt­schaft­li­cher Grund­sät­ze.
Das Übel liegt tie­fer: wir haben alle geglaubt, dass mit Geld allein Frie­den und Wohl­stand für Alle zu errei­chen ist. Wir haben unser Leben nach dem Kon­ten­stand gerich­tet, haben gedacht, mit Geld kön­ne man alles kau­fen. Man muss nur genug davon haben.
Aber haben wir auch bedacht, dass Geld nur ein Tausch­ge­gen­stand ist? Eine welt­li­che Erfin­dung, die es dem Bür­ger erlau­ben soll, immer mehr davon anhäu­fen zu kön­nen ohne es auch mit sich her­um­schlep­pen zu müs­sen?
Haben wir nicht, denn unser Ver­hält­nis zu Geld ist nicht iden­tisch mit dem vie­ler ande­rer Län­der, bei denen das Geld ein viel grö­ße­rer Macht­fak­tor ist (eine Ten­denz, die sich auch bei uns immer mehr durch­zu­set­zen scheint). Daher geht es in vie­len Haus­hal­ten der euro­päi­schen Uni­on auch nicht um den fis­ka­li­schen Aus­gleich oder eine kon­sis­ten­te Buch­füh­rung, son­dern um Macht­po­ker zwi­schen den Wohl­ha­ben­den: wer kann sich gegen wen durch­set­zen?
Euro­pa ist nur eine Milch­kuh. Wenn sie nichts mehr her­gibt, wird sie ver­wurs­tet. Scha­de, aber Ein­sicht lässt sich nicht kau­fen. Die Ban­ker und Zocker sind da nur die Aas­fres­ser und Kaker­la­ken: sie wer­den von der Ver­we­sung ange­lockt. Und die Milch­kuh Euro­pa riecht in der Tat schon sehr streng…