Irgend­wie ist es mir als lang­jäh­ri­ger Mac-User schon unheim­lich: weder habe ich mich je in einer Nische gefühlt, noch irgend­wie unter- oder über­le­gen. Nur irgend­wie anders. Und jetzt ver­öf­fent­li­chen rei­hen­wei­se ange­se­he­ne Blät­ter wie die FAZ Berich­te (die sie in die­sem Fall von der dpa gekauft haben) und dar­in taucht mehr­mals das Wort „Apple“ und „Mac“ auf.
So ken­ne ich das nicht. Vor fünf Jah­ren noch gab es kei­nen Sup­port, wenn man den Inter­net-Pro­vi­der gewech­selt hat­te und den Rou­ter kon­fi­gu­rie­ren woll­te. Man muss­te sich auch selbst dar­um küm­mern, wie man man­che etwas eigen­ar­ti­gen Doku­men­te doch noch öff­nen kann. Das ist nicht schlimm, dar­an gewöhnt man sich — so wie sich jeder Linux-User dar­an gewöhnt hat, dass kein gro­ßer Soft­ware-Her­stel­ler eine Appli­ka­ti­on für Linux kom­pi­liert. Muss man eben sel­ber machen.
Und auch Arti­kel in Zei­tun­gen zu Linux fan­den sich nur, wenn es eine Stadt­ver­wal­tung wag­te (wie die Münch­ner), auf ein Open-Source-Teu­fels­zeug umzu­stei­gen. Für ernst­haf­tes Arbei­ten war das nichts. So wie die Macs eben auch.
Und auch Geld warf das kei­nes ab. Apple stell­te Nischen­pro­duk­te für Krea­tiv­os her, Jungs mit schwar­zen Son­nen­bril­len, die die Nacht zum Tag mach­ten und kei­ner ehr­li­chen Arbeit nach­gin­gen. Die sich für was Bes­se­res hiel­ten.

Und jetzt gehö­ren die zu den größ­ten Com­pu­ter­her­stel­lern der Welt, ver­kau­fen seit Jah­ren ihre Rech­ner (völ­lig über­teu­ert) wie geschnit­ten Brot — wo doch ver­meint­lich jeder nur Net­books haben woll­te. Kaum aber kom­men die in Cup­er­ti­no mit einem fla­chen über­di­men­sio­nier­ten Han­dy auf den Markt namens iPad, bre­chen den ande­ren Her­stel­lern die Stück­zah­len weg und sie schau­en aus wie die Koh­le­schip­per im ICE-Zeit­al­ter.

Auf­wa­chen Jungs! Die Zei­ten ändern sich!