Gleich vor­weg: ich besit­ze kein iPad, und ich habe auch über­haupt kein Inter­es­se, eines zu kau­fen. Aber was da ges­tern Abend in San Fran­cis­co über die Büh­ne ging, war mal wie­der ein Lehr­stück in Mar­ke­ting.
Schon lan­ge hat­ten sich die Gerüch­te ver­dich­tet, dass Apple nicht zum gewohn­ten Update-Zyklus ein neu­es Tablet ver­öf­fent­li­chen wür­de, son­dern bereits im Früh­jahr. Und just als die CeBIT geöff­net hat­te und Hun­dert ande­re Her­stel­ler nach eine Jahr der Schock­star­re sich ver­zwei­felt abge­müht hat­ten, wenigs­tens bis zum Som­mer 2011 — also andert­halb Jah­re spä­ter — einen Kon­kur­ren­ten ver­kau­fen zu kön­nen, just zu die­sem Zeit­punkt kom­men die Inge­nieu­re aus Cup­er­ti­no und zei­gen der in Han­no­ver ver­sam­mel­ten Kon­kur­renz, wo der Ham­mer wirk­lich hängt.
Natür­lich ist es schön, wenn die iPads schnel­ler wer­den und leich­ter1, aber mehr noch ist, dass die Kon­kur­renz es mal vom feh­len­den „Öko­sys­tem“ abge­se­hen noch nicht ein­mal schafft, auf der Preis­ebe­ne mit­hal­ten zu kön­nen. Dass sie dort im fer­nen Cup­er­ti­no etwas von Design ver­ste­hen, ist kei­ne Neu­ig­keit. Dass sie ein Vor­griffs­recht auf intui­ti­ve Benut­zer­füh­rung haben, weiß auch jeder, der ein­mal ein Pro­dukt aus dem Haus in der Hand hat­te. Aber es auch noch zu schaf­fen, quer über den Atlan­tik die gesam­te Kon­kur­renz an die Wand zu drü­cken — das ist schon eine ech­te Meis­ter­leis­tung. Denn wo die ande­ren nur Pro­to­ty­pen zei­gen, ver­kauft Apple schon die zwei­te Gene­ra­ti­on.
Hut ab!

Update: Einen sehr inter­es­san­ten Arti­kel dazu fand ich bei John Gruber’s „Dar­ing Fireb­all“. Er geht davon aus, dass auch Apple letz­tes Jahr eigent­lich gar nicht so genau wuss­te, was man mit die­ser Tafel anfan­gen kann. Die­ses Jahr haben sie auf­grund der Erfah­run­gen mit den gekauf­ten Apps und den ver­schie­de­nen Abneh­mern schon recht kla­re Vor­stel­lun­gen.


  1. Ich hat­te so ein Teil mal in der Hand — die sind auf Dau­er recht unhand­lich.