Wie es klingt, wenn man alten Wein in neue Schläu­che packen will, um sei­nen Kom­pli­zen nicht die Wahl zu ver­sau­en, demons­triert gera­de der für sei­ne Ver­stri­ckun­gen in die Mafia ver­däch­tig­te und daher von Par­tei­freun­den nach Brüs­sel abge­scho­be­ne Ex-Minis­ter­prä­si­dent EU-Ener­gie­kom­mis­sar Gün­ther Oet­tin­ger:

EU-Ener­gie­kom­mis­sar Gün­ther Oet­tin­ger plä­diert für Sicher­heits­über­prü­fun­gen in allen euro­päi­schen Kern­kraft­wer­ken. Er sag­te am Diens­tag­mor­gen im ARD-„Morgenmagazin“, die Addi­ti­on von Natur­ka­ta­stro­phen in Japan müs­se alle nach­denk­lich stim­men und „uns zu einem Sicher­heits­check für alle Kern­kraft­wer­ke brin­gen und die Fra­ge auf­wer­fen: Kön­nen wir in Euro­pa in abseh­ba­rer Zeit ohne Kern­kraft­wer­ke unse­ren Strom­be­darf sichern“. (taz)

Die­sen Satz soll­te man sich genau­er anschau­en: „soll­te … brin­gen“ (kei­ne Not­wen­dig­keit, nur eine Mög­lich­keit), „soll­te … auf­wer­fen“ (kei­ne Not­wen­dig­keit, nur eine Mög­lich­keit unter Vie­len), „in abseh­ba­rer Zeit“ (also bis zur nächs­ten Wahl).

Auf deutsch heißt die­ser Satz: „Schei­ße, ich will Atom­strom, aber wenn ich das jetzt laut sage, ver­liert die CDU in Deutsch­land die nächs­ten Wah­len. Des­halb schla­ge ich vor, dass wir bis nach den Wah­len uns mal etwas zurück­hal­ten­der ver­hal­ten, wenn es um das schö­ne Geld von mei­nen Kum­pels in der Ener­gie­bra­che geht. Nach den Wah­len kön­nen  wir dann ja wei­ter­ma­chen wie bis­her.“