Nein, sta­tis­ti­sche Daten kann man nicht fäl­schen. Ent­ge­gen einer land­läu­fi­gen Mei­nung sind sta­tis­ti­sche Daten unver­rück­bar. Ihre Inter­pre­ta­ti­on aller­dings bie­tet immer aus­rei­chend Spiel­raum für die eige­ne Kreativität.

So auch gesche­hen bei den Ergeb­nis­sen des sta­tis­ti­schen Bun­des­amts zur Eltern­zeit von Vätern. Um mehr Väter dazu zu brin­gen, das tra­di­tio­nel­le Rol­len­ver­ständ­nis kurz­fris­tig auf­zu­ge­ben, hat­te Ex-Bun­des­mut­ti Zens­ur­su­la das Kin­der­geld gekürzt und die Väter dazu ermu­tigt, acht Wochen auf die beruf­li­che Kar­rie­re zu ver­zich­ten. Dazu gab es eine klei­ne Ent­schä­di­gung vom Staat. Nun mag es schon selt­sam anmu­ten, dass man Väter mit Geld dazu moti­vie­ren möch­te, sich um den Nach­wuchs zu küm­mern. Ist es auch. Denn so wur­de es zwar ver­kauft, aber nicht gedacht: es geht ums Spa­ren. Kin­der­geld kür­zen war die ers­te For­de­rung. Als nächs­tes ging es dar­um, dem Arbeits­markt zumin­dest kurz­fris­tig die bil­li­ge­re weib­li­che Arbeits­kraft zur Ver­fü­gung zu stel­len. Denn damit kann man auch in den Sozi­al­kas­sen spa­ren (weni­ger Bezah­lung = weni­ger Anspruch).

Und als Drit­tes wur­de von den Vätern die­se Maß­nah­me als Kurz­ar­bei­ter­geld II genutzt, denn in der wirt­schaft­lich pre­kä­ren Situa­ti­on der ers­ten Jah­res­hälf­te 20091 zogen vie­le Väter das Kin­der­geld dem Kurz­ar­bei­ter­geld vor.

Das sagt die Sta­tis­tik. Mit einer zuneh­men­den Bereit­schaft der Väter, Ver­ant­wor­tung für ihren Nach­wuchs zu über­neh­men, hat das nichts zu tun. Außer natür­lich, man unter­stellt ihnen a) man­geln­des Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl und b) rein mate­ri­el­le Interessen.

Aber dann wären sie ja alle in die Poli­tik gegangen…


  1. Wir erin­nern uns: damals hat­ten die Ban­ken Mil­li­ar­den ver­zockt und sich vom Steu­er­zah­ler aus­hal­ten las­sen.