The deca­de is over“ steht unter dem Film über die ers­te öffent­li­che Vor­füh­rung des Mac­in­tosh OS X vor zehn Jah­ren. Dar­in stell­te Meis­ter­ver­käu­fer S. Jobs sicht­lich beein­druckt („Pret­ty cool, huh?“) das neue Betriebs­sys­tem vor und schloss mit den Wor­ten ab: „Und das ist unser Betriebs­sys­tem für die nächs­ten zehn Jah­re.“

Die sind jetzt rum. Was kommt nun? Wer den Hype um die fast zeit­glei­che Ver­öf­fent­li­chung des iPads (mit einem stark ver­bes­ser­ten iPho­ne OS im Som­mer) anschaut, kann es ahnen: Der Mann denkt lang­fris­tig. Nach zahn Jah­ren kommt statt des Mac das iPad — eine klei­ne fla­che Tafel, rand­voll mit Elek­tro­nik, die dem Benut­zer das Inter­net und die Medi­en noch ein­fa­cher näher brin­gen soll.

Für über 90% der heu­ti­gen PC-Benut­zer näm­lich sind die Maschi­nen völ­lig über­di­men­sio­niert: die sur­fen, infor­mie­ren sich, trei­ben sich auf face­book rum oder schrei­ben klei­ne Mails, chat­ten und schrei­ben auf einem Com­pu­ter wie noch wei­land auf der Schreib­ma­schi­ne. Kann man mit einem iPad auch.

Und noch eine Dimen­si­on tut sich auf: Mac OS X war von Anfang an sehr auf Netz­werk­fä­hig­keit aus­ge­legt. Man konn­te es immer schon von einem ande­ren Rech­ner aus star­ten und ver­wal­ten — UNIX sei Dank. Im Zeit­al­ter des „Cloud-Com­pu­ting“ pas­sen nun die Puz­zle­tei­le zusam­men: die Tage des PCs im Wohn­zim­mer sind gezählt. Als Arbeits­tier im Büro mag er sei­ne Berech­ti­gung haben, aber dort darf er blei­ben. Die Zukunft gehört klei­nen Mobil­rech­nern, die per Netz­werk Doku­men­te und Infor­ma­tio­nen aus­tau­schen. Ob Jobs das damals ahn­te?