Der Ärz­te­man­gel ist in die­sem Land ekla­tant. Viel­leicht nicht ganz so dra­ma­tisch wie in den angel­säch­si­schen Län­dern oder der USA und ande­ren Län­dern der drit­ten Welt. Aber den­noch sin­ken die Chan­cen eines Bewoh­ners auf dem Land, in abseh­ba­rer Zeit einen Arzt zu errei­chen ohne gleich in die ent­fern­te Groß­stadt rei­sen zu müssen.

Das liegt natür­lich zu gro­ßen Tei­len an der extre­men Bud­ge­tie­rung der Ärz­te, die pro (Kassen-)Patient nur ein sehr schma­les Bud­get pro Quar­tal erhal­ten. Kas­sen­pa­ti­en­ten aber sind in den länd­li­chen Gebie­ten wei­ter vre­brei­tet als in Groß­städ­ten, wo der ein­kom­mens­stär­ke­re Bür­ger auf eine Pri­vat­kas­se aus­wei­chen kann. Das ist denn auch der Grund, war­um vie­le Ärz­te sich eben nicht auf dem Land nie­der­las­sen, denn die Medi­ka­men­te kos­ten dort genau­so viel wie in der Stadt — sie kön­nen dies aber nicht über die zah­lungs­kräf­ti­ge Kund­schaft ausgleichen.

Jetzt den NC zu sen­ken, damit auch noten­schwä­che­re Stu­den­ten Medi­zin stu­die­ren kön­nen, ist bil­li­ger Popu­lis­mus. Denn natür­lich sagt ein Noten­durch­schnitt nichts über die Qua­li­fi­ka­ti­on als Arzt aus. Im Gegen­teil, von Ärz­ten wird eine hohe sozia­le Kom­pe­tenz erwa­re­tet, die sich auch nach aus­gie­bi­gem Bücher­stu­di­um nicht erwer­ben lässt.

Nur behebt die­ser Vor­wahl­vor­schlag nicht das Pro­blem: statt die Phar­ma­in­dus­trie mit ihren doch deut­lich (im Ver­gleich zum Aus­land) über­zo­ge­nen Prei­sen in den Aller­wer­tes­ten zu tre­ten, hat man die nie­der­ge­las­se­nen Ärz­te auf Mager­kost gesetzt — und wun­dert sich nun, war­um sich kein ver­nünf­ti­ger Mensch mehr dafür begeistert.

Herr Rös­ler, der Vor­schlag ist gut, aber nicht ziel­füh­rend. Aktio­nis­mus statt Effi­zi­enz. Aber das soll auch unter Ärz­ten ver­brei­tet sein.