Ich bin mir immer noch nicht schlüs­sig, ob und wenn ja wel­che Bedeu­tung das iPad auf die Mensch­heit als sol­che haben wird. Aus Sicht der Ver­la­ge ste­cken vie­le Hoff­nun­gen dar­in, mal wie­der ordent­li­ch Koh­le zu machen, nach­dem der Bücher­markt auch durch eige­nes Zu- und Nicht­stun nur noch Weni­gen ein Aus­kom­men bie­tet. Ver­la­ge haben sich über­lebt. Auch wenn sie das nicht wahr­ha­ben wol­len.

Ich schwei­fe ab. Wenn — und da sind sich die Ver­la­ge und Jour­na­lis­ten einig — App­le mit dem iPad das vor­hat, was sie mit dem iPod auf dem Musik­markt erreich­ten, stellt die­ses klei­ne fla­che Spiel­zeug tat­säch­li­ch Eini­ges auf den Kopf, von dem wir seit Guten­berg aus­gin­gen, dass es unver­rück­bar sei. Zei­tun­gen wer­den nicht mehr geschrie­ben, sie wer­den „gepad­det“.

Was tut sich dabei für die Tech­ni­sche Doku­men­ta­ti­on? Die­se ist, wie ihr Nähr­bo­den, der Maschi­nen­bau, meist sehr trä­ge, was die Adop­ti­on neu­er Tech­no­lo­gi­en betrifft1, da sie die Tech­ni­sche Doku­men­ta­ti­on nicht begreift als ein Mit­tel der Didak­tik und des Unter­neh­mens­auf­trags, son­dern als läs­ti­ge Pflicht­er­fül­lung.

Ich schwei­fe schon wie­der ab. Nein, die Fra­ge an das iPad: Kann es die Erstel­lung und Art und Wei­se ver­än­dern, mit der wir tech­ni­sche Pro­duk­te als sol­che benut­zen? Kann es auch die Benut­zung der Tech­ni­schen Doku­men­ta­ti­on so ver­än­dern, wie der iPod das Musik­hö­ren ver­än­dert hat? Wer­den wir in zehn Jah­ren nicht mehr end­los Papier bedru­cken, son­dern Instand­hal­t­ung­an­lei­tun­gen in einem digi­ta­len For­mat wie ePub ver­fas­sen, damit die Benut­zer sich eine Biblio­thek aller Beschrei­bun­gen anle­gen kön­nen von allen Gerä­ten, die sie gekauft haben? Die sich selbst­tä­tig aktua­li­siert? Ein Gerät für alle Anlei­tun­gen? Ich fin­de das nicht bedroh­li­ch, ich hal­te das — aus Benut­zer­sicht — für eine Erleich­te­rung.

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  1. selbst wenn die Pro­duk­te es nicht sind