All­mäh­lich muss doch mal Schluss sein mit der Sam­mel­wut: Face­book sam­melt mei­ne Daten und ver­sucht dar­aus schlau zu wer­den (viel Glück!), Goog­le macht das auch (eben­falls viel Glück!) und auch alle ande­ren Diens­te im Dunst­kreis der Soci­al­me­dia (Web 2.x) buh­len um die Gunst der Inter­net­nut­zer. Über­all wird man auf­ge­for­dert, nur mal kurz hin­zu­schrei­ben, was einem so durch den Kopf geht.

Nun ist aber genau das das Pro­blem: was, wenn einem nichts durch den Kopf geht oder man alles eben schon hin­ge­schrie­ben hat­te auf einer andern Sei­te? Ich bin weder schi­zo­id noch so schnell im Tip­pen, dass ich über­all etwas Unter­schied­li­ches hin­schrei­ben kann.

Außer­dem besteht zwi­schen den Gedan­ken, die einem durch den Kopf schie­ßen und dem Auf­schrei­ben ein kur­zer Moment des Ver­wei­lens und Inne­hal­tens: Soll ich das jetzt pos­ten? Wen inter­es­siert das, was ich den­ke?

Ehr­lich: Gar nie­man­den. Es geht nur dar­um, unse­re Pro­fil­sei­ten zu fül­len, mehr nicht; und damit der User sich nicht so aus­ge­lutscht vor­kommt, kriegt er ein paar Zei­len Code hin­ge­schmis­sen, die ihm ein biss­chen Platz las­sen, sich auch mal zu über­ge­ben — schrift­lich.

Das ist wie bei den Bie­nen und den Blu­men: eine Zweck­ge­mein­schaft, von der haupt­säch­lich die Blu­men pro­fi­tie­ren. Ande­rer­seits aber macht es den Bie­nen auch Spaß, denn sie kom­men in ihrem kur­zen Leben dabei weit her­um — mehr als die Blu­men jeden­falls…