Einen Moment des gedank­li­chen Still­stands darf man sich erlau­ben, auch als kul­tur­ver­ant­wort­li­cher Staatssekre­tärminis­ter. Herr Neu­mann, so heißt der Herr, soll­te das aber nicht in aller Öffent­lich­keit tun. Er hat jetzt die Öffent­lich-Recht­li­chen (also das Staats­fern­se­henstaats­tra­gen­de Fern­se­hen ARD und ZDF) dafür kri­ti­siert, dass sie ihre Inhal­te und auch Nach­rich­ten künf­tig sogar in einem iPho­ne-kom­pa­ti­blen For­mat anbie­ten wol­len.

Neu­mann beklag­te, auf die­se Wei­se wür­den mit Gebüh­ren­gel­dern ein neu­er Markt ver­zerrt und pri­va­te Geschäfts­mo­del­le von Anfang an gefähr­det. Der öffent­lich-recht­li­che Rund­funk müs­se „gera­de in einer Zeit, in der die pri­va­ten Anbie­ter zum Teil ums Über­le­ben kämp­fen, nicht alles machen, was wün­schens­wert wäre“.


Dabei haben die­se Sen­der, bezahlt durch Steu­er­gel­der und vor allem auch die all­seits belieb­te GEZ-Gebühr eigent­lich die finan­zi­el­len Mit­tel, end­lich im 21. Jahr­hun­dert anzu­kom­men. Sie kön­nen es sich leis­ten, die Inhal­te im Inter­net anzu­bie­ten, um jün­ge­ren Bür­gern und Gebüh­ren­zah­lern die Inhal­te nahe­zu­brin­gen und dies nicht You­Tube und Kon­sor­ten zu über­las­sen. Dem guten Mann ist viel­leicht noch gar nicht auf­ge­fal­len, dass er nicht im Diens­te der kom­mer­zi­el­len Rund­funk­an­bie­ter steht, son­dern wie die von ihm kri­ti­sier­ten Sen­der von uns, den Gebüh­ren- und Steu­er­zah­lern ali­men­tiert wird.

Er soll­te im Gegen­teil sich dar­um küm­mern, dass kul­tu­rel­le Ange­bo­te von den Öffent­lich-Recht­li­chen auf die­se Wei­se unters Volk gebracht wer­den: Bil­dungs­fern­se­hen, Kul­tur­sen­dun­gen, Nach­rich­ten, kri­ti­sche Maga­zi­ne — eben alles das, was die kom­mer­zi­el­len auf­grund der zuneh­men­den Ver­fla­chung nicht leis­ten kön­nen, ohne ihre eige­nen Bröt­chen­ge­ber (Wer­be­spon­so­ren) zu ver­prel­len.

Er könn­te natür­lich in den Vor­stand der SAT1RT­LPRO7RT­L2-Ver­dum­mungs­in­dus­trie wech­seln wol­len. Dann wäre viel­leicht auch der Gebüh­ren­zah­ler ent­las­tet.