Heu­te haben wir im Kin­der­got­tes­dienst dem Hei­li­gen Niko­laus gedacht. So wie es sich gehört. Und zum Schluss brach­te unser Niko­laus einen gro­ßen Sack vor den Altar, aus dem sich die Kin­der jeder etwas her­aus­neh­men konn­ten.

Nur — die Hälf­te der Kids woll­te gar nichts. Es waren näm­lich Man­da­ri­nen drin. Bloß Man­da­ri­nen. Etwas, für dass man im Osten der Repu­blik vor 25 Jah­ren noch Schlan­ge gestan­den hät­te, was ich als Kind nur sel­ten bekam und man vor 100 Jah­ren gar nicht kann­te. Heu­te las­sen es die Klei­nen ein­fach links lie­gen, weil es kei­ne Scho­ko­la­de ist.

Scho­ko­la­de kann sich heu­te jeder leis­ten, selbst wenn gera­de „abhart­zt“. Was vor 500 Jah­ren den Inka-Köni­gen vor­be­hal­ten war und bis vor weni­gen Jahr­hun­der­ten hier­zu­lan­de unbe­kannt, da ein abso­lu­tes Luxus­gut, das ver­hö­kern sie heu­te an allen Ecken, vor allem um die­se Jah­res­zeit. Wie soll man denn da noch dem Leben einen Wert abge­win­nen und Ehr­furcht vor der Schöp­fung haben, wenn schon die Kleins­ten mit Luxus zuge­müllt wer­den?