Schon mal was von „NEP“s gehört? So genann­te Neu­ro-Enhan­ce­ment-Prä­pa­ra­te sol­len dazu die­nen, die Ner­ven­leis­tung des Ein­zel­nen zu stei­gern, Doping für die See­le qua­si. Nun steht dazu in der net­zei­tung ein Bericht, dem­zu­fol­ge sich auch Medi­zi­ner mit den ethi­schen und mora­li­schen Wer­ten beschäf­tigt haben, die die Ein­nah­me sol­cher Prä­pa­ra­te zur psy­chi­schen und empha­ti­schen Leis­tungs­fä­hig­keit voraussetzen.

«Wir ver­tre­ten die Ansicht, dass es kei­ne über­zeu­gen­den grund­sätz­li­chen Ein­wän­de gegen eine phar­ma­zeu­ti­sche Ver­bes­se­rung des Gehirns oder der Psy­che gibt», schrei­ben die Autoren.

Ach ja? Und wie­so haben die sich dann jahr­zehn­te­lang gegen die Ein­nah­me von Rausch­gift gewehrt? Was ist denn der Unter­schied zwi­schen einer Tablet­te, die einem hel­fen soll, sich in bestimm­ten Lebens­si­tua­tio­nen leis­tungs­fä­hi­ger zu zei­gen1, und der Ein­nah­me von Hero­in, um der Rea­li­tät bes­ser stand­hal­ten zu können?

Was rau­chen die Auto­ren denn so tags­über? Oder ist die Stu­die viel­leicht von der Phar­ma­in­dus­trie gespon­sert wor­den, die sich auch bis­lang völ­lig gesun­de Kon­su­men­ten als einen rie­si­gen Absatz­markt vor­stel­len kann?

Die Memo­ran­dum-Auto­ren haben neben poten­zi­el­len Risi­ken der Hirn- Opti­mie­rung auch mög­li­che Vor­tei­le im Blick: So könn­ten Prä­pa­ra­te der Zukunft, wenn sie denn neben­wir­kungs­frei sind und nicht stän­dig und unter Druck genom­men wer­den, son­dern gezielt und selbst­be­stimmt, dem Ein­zel­nen und der Gesell­schaft auch viel Posi­ti­ves bringen.

Gezielt und selbst­be­stimmt, neben­wir­kungs­frei und nicht stän­dig unter Druck: Ich sehe sie schon vor mir, die Schü­ler und Akti­en­spe­ku­lan­ten, die Wiesn­be­su­cher und Mager­mo­dels, wie sie selbst­be­stimmt und ohne Druck die Tablet­ten einwerfen:

[…] and if you take some more of tho­se, you will get an over­do­se: No more run­ning for the shel­ter of a mother’s litt­le hel­per. – Doc­tor plea­se, some more of the­se!“ san­gen einst die Rol­ling Stones. Und die hat­ten auch reich­lich Erfah­run­gen mit dem Zeug gesammelt …

Mehr dazu auch bei wiki­pe­dia (eng­lisch).


  1. Bei der stän­di­gen Erwäh­nung des Begriffs „Leis­tung“ spü­re ich schon den kal­ten Schau­er auf dem Rücken.