Mit dem Schrei­ben von Soft­ware ist es nicht anders wie beim Schrei­ben über­haupt: kaum hat man eine Ver­si­on „drau­ßen“, fällt einem schon wie­der ein, was man alles bes­ser machen könn­te. So ging es auch den Pro­gram­mie­rern von Nisus Wri­ter Pro: Nur dass man sich schon auf­grund der lan­gen Tra­di­ti­on und der unter­schied­li­chen Ein­satz­zwe­cke etwas mehr Zeit lässt mit Neue­run­gen. Nun aber ist es soweit, und Nisus Soft­ware Inc. hat ihr Flagg­schiff, die Text­ver­ar­bei­tung Nisus Wri­ter Pro, auf die Ver­si­on 1.3 ange­ho­ben und dabei eine Rei­he von Funk­tio­nen ergänzt sowie Feh­ler beho­ben. Damit mau­sert sich ein Vete­ran der Text­ver­ar­bei­tung auf dem Mac­in­tosh zu einer ernst zu neh­men­den Alter­na­ti­ve zu eta­blier­ten Pro­gram­men, vor allem für Vielschreiber.

Nisus Wri­ter Pro

Eine voll­stän­di­ge Lis­te der Neu­hei­ten und Ver­bes­se­run­gen fin­det sich hier.

Nisus Wri­ter Pro 1.3 ist als Cocoa-Appli­ka­ti­on in zahl­rei­chen Spra­chen vor­han­den, auch in deutsch. Die Voll­ver­si­on kos­tet im Down­load 79 US-Dol­lar. Das Update von einer vor­han­de­nen Nisus Wri­ter Pro Ver­sio­nen ist kostenlos.

Als Betriebs­sys­tem wird Mac­in­tosh OS X 10.4 vorausgesetzt.

Text­ver­ar­bei­tung auf dem Mac­in­tosh soll­te vor allem eines kön­nen: Tex­te ver­ar­bei­ten. Weni­ger für das Lay­out geeig­net, ist Nisus Wri­ter sowohl in der „Express“- als auch in der „Pro“-Version in sei­ner Klas­se seit Jah­ren die ers­te Wahl für Buch­au­to­ren und Viel­schrei­ber. Vor allem die umfang­rei­chen GREP-Funk­tio­nen und die Zuver­läs­sig­keit sind sein beson­de­res Mar­ken­zei­chen. Dem Anspruch, ein mög­lichst ein­fach zu benut­zen­des aber den­noch mäch­ti­ges Werk­zeug an der Hand zu haben, ist Nisus nun mit der Aktua­li­sie­rung ein Stück näher gekommen.

Vor allem die bei­den augen­fäl­ligs­ten Neue­run­gen kön­nen sich sehen las­sen: Der über­ar­bei­te­te Doku­ment­ma­na­ger und die Stilvorlagen.

Dokumentmanager

Schon vor fast zwei Jah­ren hat­te ich die­sem Pro­gramm­teil einen klei­nen Abschnitt gewid­met, damals aller­dings mit einem Wer­muts­trop­fen, der den Doku­ment­ma­na­ger eigent­lich wenig brauch­bar mach­te: alle ver­wal­te­ten Doku­men­te muss­ten in einem bestimm­ten Ord­ner abge­legt wer­den. Zwar konn­te man sich mit einem Ali­as behel­fen – für des­sen Erzeu­gung und Abla­ge ich auch ein klei­nes Skript gebas­telt hat­te – aber wirk­lich brauch­bar war das nicht. Vorbei.

Der Doku­ment­ma­na­ger ver­wal­tet nun alle Nisus-Doku­men­te unab­hän­gig von ihrem Ort auf der Fest­plat­te und ver­fügt zusätz­lich über Fil­ter zur Anzei­ge der aktu­ell oder kürz­lich geöff­ne­ten Doku­men­te, der Stil­vor­la­gen und der Doku­ment­vor­la­gen. Alle im Doku­ment­ma­na­ger ange­zeig­ten Doku­men­te kön­nen per Spot­light direkt auch nach Inhalt durch­sucht werden.

Der Doku­ment­ma­na­ger von Nisus Wri­ter 1.3
Das bedeu­tet, dass man ent­we­der nach einem Begriff im Titel oder im Text oder bei­dem sucht und der Doku­ment­ma­na­ger lis­tet alle gefun­de­nen Doku­men­te auf, ein­schließ­lich Abla­ge­ort, Pfad, Doku­ment­grö­ße und wei­te­ren Eigen­schaf­ten, die man in den Ein­stel­lun­gen akti­viert. Wer sich immer noch nicht sicher ist, mar­kiert das Doku­ment und der Doku­ment­ma­na­ger zeigt die ers­ten Zei­len an. Nicht mehr benö­tig­te Doku­men­te kön­nen direkt aus dem Doku­ment­ma­na­ger gelöscht wer­den. Damit stellt der Doku­ment­ma­na­ger ein ein­fa­ches und den­noch schnel­les und kom­for­ta­bles Datei­ver­wal­tungs­werk­zeug dar, mit dem man alle Tex­te im Griff hat. Zusätz­lich las­sen sich auch Fil­ter nach bestimm­ten Doku­ment­ty­pen oder Inhal­ten ein­stel­len, die dann in der Sei­ten­leis­te ange­zeigt werden.Wer mit dem Pro­gramm „Bridge“ aus der Crea­ti­ve Sui­te von Ado­be arbei­tet, fühlt sich hier sofort zu Hau­se. Nur auf die Gim­micks muss er verzichten …

Stilbibliothek und Vorlagen

Noch einen Schritt wei­ter geht die neue Stil­bi­blio­thek: Der Doku­ment­ma­na­ger ver­fügt über eine Abla­ge für Absatz- und Zei­chen­sti­le, die in eige­nen Doku­men­ten abge­legt sind. Um die dar­in ange­leg­ten Sti­le zu sehen, genügt ein Klick auf das Stildokument.

Wäh­rend die „gro­ßen“ Pro­gram­me vor dem Tip­pen des ers­ten Buch­sta­bens in einem Doku­ment übli­cher­wei­se ver­lan­gen, dass man sich sei­ne Absatz­sti­le bereits zurecht gebas­telt hat, um sie dann zuzu­wei­sen, geht Nisus Wri­ter Pro den umge­kehr­ten Weg: Erst wird geschrie­ben, dann wird for­ma­tiert. Bei Pro­gram­men der ein­schlä­gi­gen Office-Pake­te begin­nen die Schwie­rig­kei­ten aber nun mit der Ände­rung der Sti­le: „Die Über­schrift soll­te aber 2 Punkt grö­ßer sein!“ oder „Neh­men wir lie­ber die Hel­ve­ti­ca Neue!“. Wer jetzt mal schnell die Absatz- und Zei­chen­for­mat­vor­la­gen ändern möch­te, kann sich durch meh­re­re Menüs kli­cken, dann eine Vor­la­ge sichern, sie in ein ande­res Doku­ment refe­ren­zie­ren und hof­fen, dass es jetzt kei­ne „Lei­chen“ gibt. war­um so umständlich?

In Nisus Wri­ter Pro wird ein Doku­ment for­ma­tiert, die Sti­le fest­ge­legt und ent­we­der in der Stil­bi­blio­thek oder den Vor­la­gen abge­legt. Dort ist das Doku­ment sofort sicht­bar. Jetzt das zwei­te Doku­ment öff­nen und das Stil­do­ku­ment direkt auf das geöff­ne­te Doku­ment zie­hen: bas­ta. Alle gleich lau­ten­den Sti­le kön­nen ein­fach ersetzt wer­den. So ein­fach kann Text­ver­ar­bei­tung sein.

Auch die Vor­la­gen wer­den ent­spre­chend ver­wal­tet: statt in die Stil­bi­blio­thek legt man das Doku­ment in den Vor­la­gen ab (als *.dot). Damit eig­net sich Nisus Wri­ter sogar dazu, Vor­la­gen für Word-Benut­zer zu erstel­len und zu ver­wal­ten. Die Kom­bi­na­ti­on aus Doku­ment­vor­la­ge und Stil­bi­blio­thek ist fast unschlag­bar. Lei­der funk­tio­niert sie noch nicht für meh­re­re Doku­men­te gleich­zei­tig. Noch. Ein ent­spre­chen­de Anfra­ge ist aber schon gestellt an die sehr hilf­rei­chen Leu­te von Nisus Inc.