Das Inter­net hat ein Revo­lu­ti­on aus­ge­löst. Nicht nur die unglaub­li­che Men­ge an Infor­ma­tio­nen jeg­li­cher Art, auch ihr unfass­ba­res Anschwel­len in den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren hat für eine völ­lig neue Art gesorgt, wie wir mit Medi­en, Wis­sen und ver­füg­ba­ren Infor­ma­tio­nen umge­hen. Dabei basiert das Inter­net eigent­lich nur auf Text, der in einer spe­zi­ell ent­wi­ckel­ten „Spra­che“, dem HTML trans­por­tiert wird. Die­se Spra­che zu ent­schlüs­seln und mit dem ent­hal­te­nen Inhalt und ihrer Struk­tur umge­hen zu kön­nen, gibt es Brow­ser. Sol­che und solche.

(c) Omnigroup
Ein Brow­ser, das ist ein Schiff im Meer, das wir Inter­net nen­nen. Mit ihm segeln wir von Küs­te zu Küs­te, von Web­site zu Web­site. Mitt­ler­wei­le wird jedes Betriebs­sys­tem mit min­des­tens einem Brow­ser aus­ge­lie­fert, sei es, um für das Funk­tio­nie­ren des Sys­tems not­wen­di­ge Aktua­li­sie­run­gen aus dem Inter­net zu fischen, sei es, um den ansons­ten ein­sam und selt­sam macht­lo­sen Com­pu­ter in ein mäch­ti­ges Werk­zeug zur Infor­ma­ti­ons­be­schaf­fung zu ver­wan­deln. Dazu zäh­len Brow­ser, die mit 5000 wei­te­ren Zusät­zen ange­passt wer­den kön­nen, Brow­ser, die sich hart­nä­ckig gegen alle web-kon­for­men Nor­men weh­ren, Brow­ser, die beson­ders schnell sind und sol­che, die beson­ders groß und auch ein biss­chen unhand­lich sind.

Neben den von jedem Com­pu­ter­be­nut­zer bewusst oder unbe­wusst ein­ge­setz­ten Brow­sern gehö­ren aber noch wei­te­re Spe­zi­es dazu, die sich eine Nische gesi­chert haben, weil sie Funk­tio­nen besit­zen, die von ande­ren Brow­sern so spe­zi­ell nicht abge­deckt wer­den. Ein Typus der unschein­ba­re­ren Spe­zi­es ist OmniWeb.

Obwohl einer der ers­ten Brow­ser auf Mac OS X und von Beginn an auf die Anfor­de­run­gen der Inter­net­re­cher­che ein­ge­stellt, konn­te Omni­Web nie so rich­tig Fuß fas­sen, son­dern blieb ein Werk­zeug für Weni­ge. Was aber macht ihn für die Recher­che so beson­ders geeignet?

Technik

Seit Omni­Web 4.5 nutzt der Brow­ser das sel­be Web­Kit-Engi­ne wie auch Safa­ri und ist ent­spre­chend schnell und Stan­dard-kon­form. Dar­über hin­aus ist Omni­Web aber weit­ge­hend kon­fi­gu­rier­bar und bie­tet schon seit lan­ger Zeit die Mög­lich­keit, sei­ten­spe­zi­fi­sche Ein­stel­lun­gen vor­neh­men zu kön­nen. Dazu zählt bei­spiels­wei­se das Aus­blen­den von Gra­fi­ken und Ani­ma­tio­nen in bekann­ten Ban­ner­grö­ßen, die Unter­drü­ckung von uner­wünsch­ten Pop-Up-Fens­tern und das „Brow­ser-Mimi­kri“, die Mög­lich­keit sich als ande­rer Brow­ser aus­zu­ge­ben, um brow­ser­spe­zi­fi­sche Web­sei­ten zu über­lis­ten. Die­se Ver­klei­dung ist für jede Sei­te ein­zeln ein­stell­bar. So kann man sich mit Omni­Web bei­spiels­wei­se den Sei­ten von Micro­soft gegen­über immer als Inter­net Explo­rer 7 (Win­dows) aus­ge­ben, den Sei­ten von Apple gegen­über aber als Safa­ri 3 (Mac).

Benutzeroberfläche

Als rei­ner Mac­in­tosh-Brow­ser passt sich Omni­Web her­vor­ra­gend in die Ober­flä­che des Betriebs­sys­tems ein, und nutzt alle Res­sour­cen, die das Betriebs­sys­tem bereit­stellt, wie „Mul­ti-Touch“ (nur auf ent­spre­chen­der Hard­ware) oder die Ska­lie­rung von Sei­ten­in­hal­ten oder das Font-Ren­de­ring, die Unter­stüt­zung von Color­Sync zu farb­rich­ti­gen Wie­der­ga­be von Bil­dern oder die freie Kon­fi­gu­rier­bar­keit der Menüleiste.

Recherche

Eine Beson­der­heit aber ist die Nut­zung der „Dra­wers“, die mit Sys­tem Mac OS X ein­ge­führt wur­den und für Platz auf dem Bild­schirm sor­gen soll­ten. Rechts oder links vom Doku­ment­fens­ter sind Zusatz­funk­tio­nen zur Steue­rung des Pro­gramms unter­ge­bracht. Bei Omni­Web fin­den hier die Tabs ihren Platz. Der Vor­teil liegt dar­in, dass bei einer Viel­zahl von Tabs kein ver­ti­ka­ler Platz ver­schenkt wird. Die Tabs kön­nen natür­lich auch frei ange­ord­net, ska­liert oder auf ihren Titel ver­klei­nert wer­den. Nor­ma­ler­wei­se wer­den sie jedoch als Minia­turan­sich­ten dar­ge­stellt – lan­ge bevor die­se Eigen­schaft von Ope­ra oder den „gro­ßen“ Brow­sern über­nom­men wurde.

Benutzeroberfläche von OmniWeb mit geöffneten Tabs links
Benut­zer­ober­flä­che von Omni­Web mit geöff­ne­ten Tabs links

Eine wei­te­re Beson­der­heit sind die spei­cher­ba­ren „Arbeits­flä­chen“ (Workspaces), die eine Viel­zahl unter­schied­li­cher URL auf­neh­men und grup­pie­ren kön­nen. Damit las­sen sich bei­spiels­wei­se Recher­chen zu einem bestimm­ten The­ma im Inter­net zusam­men fas­sen und dau­er­haft able­gen. Dazu gehört auch die Mög­lich­keit, von einem bestimm­ten Bild­schirmin­halt einen „Schnapp­schuss“ anzu­le­gen und ihn spä­ter bei Bedarf an der­sel­ben Stel­le wie­der zu öffnen.

Der Brow­ser­ver­lauf kann auf Begrif­fe durch­sucht wer­den, die irgend­wo im Text der jewei­li­gen HTML-Sei­te auf­tau­chen. Falls man also in der Hit­ze der Recher­che auf einen Arti­kel gesto­ßen war, der vie­le Sei­ten spä­ter erst rele­vant wird, ist das Fin­den ein Kinderspiel.

Fazit

Auf­grund der indi­vi­du­el­len Anpass­bar­keit an jede Sei­te und die Funk­tio­nen zum Spei­chern und Fin­den von Inhal­ten ist Omni­Web für einen Online-Redak­teur das idea­le Werk­zeug. Bloß Kaf­fee­ko­chen kann er nicht.