Ein Wort aus der Mel­dung lässt mich auf­hor­chen:

Unter dem Schutt­berg des Stadt­ar­chivs wur­den unzer­stör­te Räu­me mit 1,2 Regal­ki­lo­me­tern Archiv­gut ent­deckt. Das städ­ti­sche Kul­tur­de­zer­nat ver­mu­tet bis zu 200 Jah­re alte Doku­men­te in den Kel­lern. (wdr.de)

Der geneig­te Leser weiß sicher, dass es um den Ein­sturz des Köl­ner Stadt­ar­chivs geht, ein Ein­sturz, der durch Schlud­rig­keit und Kom­pe­tenz­ge­ran­gel mit­ver­ur­sacht wur­de und sogar den Ober­bür­ger­meis­ter zu Fall brach­te.
Inter­es­sant fin­de ich hier aber das Wort „ver­mu­tet“. Das hört sich an wie bei Gra­bun­gen in den ägyp­ti­schen Königs­grä­bern — wo bekannt­li­ch kein Zeit­zeu­ge über­lebt hat bis heu­te.
Das ist in Köln aber nicht der Fall. Bis auf zwei Unbe­tei­lig­te haben alle Ange­stell­te über­lebt. Die müss­ten doch wis­sen, wo sich noch Unter­la­gen befin­den und was dar­in zu fin­den ist. Oder muss man sich das vor­stel­len wie in dem Abspann des Spiel­film „India­na Jones  – Jäger des ver­lo­re­nen Schat­zes“ aus den 80ern, wo im Abspann die Hand­kar­re mit der Bun­des­la­de durch ein rie­si­ges Lager bewegt wird, in dem es nie­mand mehr fin­det? Dazu ertönt aus dem Off die Stim­me des ver­ant­wort­li­chen Agen­ten: „Machen Sie sich kei­ne Sor­gen, unse­re Spe­zia­lis­ten arbei­ten dar­an. Das sind abso­lu­te Fach­leu­te.“
Was fin­den die denn nun noch unter dem Stadt­ar­chiv? Die sterb­li­chen Über­rest von Her­mann dem Che­rus­ker?