Nach­dem nun die USA mit mas­si­ven finan­zi­el­len Belas­tun­gen ver­su­chen, die eige­ne Wirt­schaft auf­zu­päp­peln, hat die Regie­rung dort die Inter­net-Affi­ni­tät des Wahl­kampfs fort­ge­setzt.
Auf der Sei­te „recovery.gov“ kann sich der mün­di­ge Bür­ger, der über einen Inter­net­an­schluss ver­fügt, dort kun­dig machen, was denn nun mit sei­nen Steu­ern pas­siert. Es ist ein Ver­su­ch der Trans­pa­renz, den wir hier­zu­lan­de ver­geb­li­ch suchen.

Die Bun­des­re­gie­rung sträubt sich seit Jah­ren mit Hän­den und Füßen, die Repu­blik flä­chen­de­ckend an das 21. Jahr­hun­dert her­an­zu­füh­ren, in dem ALLE Bun­des­bür­ger Zugang zu einem schnel­len Inter­net­an­schluss haben. Sie will es nicht. Sie erkennt nicht, dass wir uns an der Schwel­le zum Infor­ma­ti­ons­zeit­al­ter befin­den, bei dem ein Groß­teil der Bevöl­ke­rung den Anschluss ver­liert. Sie schätzt auch die Trans­pa­renz gering ein, da man lie­ber Pla­ka­te mit nichts sagen­den Paro­len klebt („Du bist Deutsch­land!“). So als ob Trans­pa­renz nur eine Fra­ge des Mar­ke­ting ist.

Oder gibt es eine Sei­te, auf der man sich erkun­di­gen kann, wohin die Mil­li­ar­den unse­rer Ban­ken­sub­ven­tio­nen Kon­junk­tur­pa­ke­te flie­ßen?

Wir sind Ger­ma­nen, gemüt­li­ch und brav,
und schla­fen gesun­den Pflan­zen­schlaf.
Und wenn wir erwa­chen, so pflegt uns zu dürs­ten —
doch nicht nach dem Blu­te unse­rer Fürs­ten. […]“

H.Heine