Schreibt die TAZ, Leib- und Magen­blatt des links­kon­ser­va­ti­ven Öko-Main­streams über ATTAC:

Der Staat soll die Mil­li­ar­den der Steu­er­zah­ler in erneu­er­ba­re Ener­gi­en ste­cken, in öffent­li­chen Ver­kehr und öko­lo­gi­sche Gebäu­de­sa­nie­rung, statt Sprit­fres­ser mit Steu­er­erlas­sen zu spon­sern oder gut ver­die­nen­de Bran­chen wie die Auto­in­dus­trie zu pam­pern. So weit, so ver­nünf­tig – und so lang­wei­lig. Eine unver­kenn­ba­re Agen­da zur Kri­se, von der sich die Poli­tik etwas abschau­en könn­te, haben die Glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­ker dage­gen nicht zu bie­ten. (taz.de)

Das fin­de ich jetzt im Gegen­satz zum gelang­weil­ten Herrn Schul­te gar nicht so trau­rig. Denn über die gegen­wär­ti­ge Kapi­ta­lis­mus­de­bat­te ist schon viel gedacht und geäu­ßert wor­de, was ein­fach im Bereich des Uto­pi­schen liegt oder aber von der Geschich­te längst über­holt wur­de. Ob man nun auf sei­nen ehr­wür­di­gen Marx zurück greift, ob man sich den Mar­shall-Plan zu Gemü­te führt oder sich in spät­stein­zeit­li­chen Manu­fak­tur­me­tho­den und dem bar­geld­lo­sen (weil auf Muscheln basie­ren­den) Waren­tausch auf den Fid­schis ergeht: als das Pro­blem nur ide­ell exis­tier­te, hät­te man Zeit und Muße gehabt, sich um die Maß­nah­men zu küm­mern, die unse­ren Gier-Exzess brem­sen hät­ten kön­nen.

Doch dafür ist es zu spät. Jetzt zählt der Prag­ma­tis­mus. Aber auch das könn­te sich Herr Schul­te aus einem Klas­si­ker holen. Sun Tzi schrieb vor tau­send Jah­ren schon, dass es eine Zeit des Kämp­fens und eine Zeit des Frie­dens gibt. Man darf nur nicht mit­ten im Kampf (in die­sem Fall nicht gegen mon­go­li­sche Hor­den, son­dern gegen unser aller Maß­lo­sig­keit) mit Mit­teln des Frie­dens arbei­ten1.

Nach­den­ken muss man, wenn der Bauch voll ist. Und wenn Attac jetzt mit prag­ma­ti­schen Vor­schlä­gen kommt, dann zeigt das auch, dass sie die Zei­chen der Zeit ver­stan­den haben und sich nicht in die jour­na­lis­ti­sche Schmoll­ecke zurück zie­hen auf der Suche nach einer neu­en Sau, die man durchs Dorf jagen kann…


  1. frei nach dem Mot­to: Spa­re in der Not, dann hast Du Zeit dafür!“