Das ist ein Kunst­wort, wie man unschwer erkennt: „Macio­nie­rung“ setzt sich zusam­men aus Mac­in­tosh und Mis­sio­nie­rung. Es ist für mich der Inbe­griff des­sen, was ein Mac-User nicht machen soll­te: Sei­ner Umwelt pene­trant auf die Ner­ven gehen mit der ver­meint­li­chen oder tat­säch­li­chen Über­le­gen­heit sei­nes Com­pu­ters und Betriebssystems.

Als tech­ni­scher Redak­teur sit­ze ich öfter mit mei­nem Mac­Book Pro allein auf wei­ter Flur als Mac-User. Dann kom­men natür­lich immer mal ein paar neu­gie­ri­ge Kol­le­gen vor­bei, wobei ich mich hüte, den Macia­ner raus­hän­gen zu las­sen (außer ich kann den wer­ten Kol­le­gen mal wie­der den A… ret­ten, weil auf ihren Win­dows-Rech­nern nichts mehr geht).

Nun erle­be ich es aber immer häu­fi­ger, dass vor allem im ICE eine Kli­en­tel spa­zie­ren fährt, die vor­zugs­wei­se den eige­nen Mac-Lap­top zum Arbei­ten und Spie­len für unter­wegs benutzt. Mir war das letz­tes Jahr schon auf­ge­fal­len.

Nun gibt es zwei Arten von Mac-Usern: eben die oben genann­ten Mis­sio­nie­rer und Prot­zer, die des­we­gen einen Mac haben, weil er eben so cool aus­schaut und so ein biss­chen nach eli­tär (qua­si der Jagu­ar unter den Rech­nern), und die ande­ren, die ihren Mac auf­grund sei­ner ver­meint­li­chen Anders­ar­tig­keit lie­ber ver­ste­cken wür­den, aus Angst, es könn­te sich Jemand dar­über lus­tig machen. Bei­den ist aller­dings eine cha­rak­te­ris­ti­sche Kopf­be­we­gung vor dem Her­aus­ho­len ihres Macs gemein­sam: Die ver­stoh­le­ne Blick­wen­dung ins Umfeld. Ich ver­mu­te so eine Art Jagd­ri­tu­al dahin­ter: „Die­ser Mac ist mei­ne Beu­te und Ihr dürft ihn mir ruhig neiden!“

Stärkt ver­mut­lich das Ego, sowas.