21 Mil­lio­nen Bun­des­bür­ger sind akut vom Daten­klau betrof­fen. Das stimmt nach­denk­lich. Denn bei eini­gen Daten­sät­zen1 sind sogar die Bank­da­ten und Kon­to­stän­de bekannt.

Das ruft nun in sel­te­ner Ein­mü­tig­keit den Innen­mi­nis­ter und die Jus­tiz­mi­nis­te­rin als obers­te Daten­schüt­zer der Nati­on auf den Plan. Es wer­den wohl nun beschleu­nigt Geset­ze erlas­sen, die der Daten­sam­mel­wut Ein­halt gebie­ten sol­len, die es ver­hin­dern sol­len, dass eine Insti­tu­ti­on unbe­schol­te­ne Bür­ger aus­späht und deren Kom­mu­ni­ka­ti­ons-, Bank-, Steu­er- und sons­ti­ge -daten auf Vor­rat anlegt. Das woll­te der Innen­mi­nis­ter doch seit Jah­ren, sagen Sie? Wie kom­men Sie denn dar­auf? Die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ist etwas VOLLKOMMEN Anderes.

Wie das? Nun: Im ers­ten Fall geht man davon aus, dass unter­be­zahl­te Mit­ar­bei­ter von Call­cen­tern sich ein paar Euro dazu ver­dient haben, indem sie die Daten ver­kauft haben. Nie­de­re Beweg­grün­de nennt man das. Im zwei­ten Fall, als bei der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung, kann es natür­lich dazu kom­men, dass ein unter­be­zahl­ter Sach­be­ar­bei­ter im Minis­te­ri­um sich ein paar Euro dazu ver­die­nen will und die Daten…

Sehen Sie? Mit­ar­bei­ter im Call­cen­ter <-> Sach­be­ar­bei­ter in der Behör­de?! VOLLKOMMEN anders! Oder hat Sie schon mal ein Sach­be­ar­bei­ter ange­ru­fen, um Ihnen die Vor­tei­le der Mehr­wert­steu­er nahe zu brin­gen? Nein? Sehen Sie. Ein Minis­te­ri­um ist kein Call­cen­ter. Da wer­den Daten nicht aus nie­de­ren Beweg­grün­den gehan­delt. Aus ande­ren viel­leicht schon.


  1. eigent­lich sind es ja Men­schen, aber aus admi­nis­tra­ti­ven Grün­den spre­chen wir von „Daten­sät­zen“. Das anony­mi­siert so schön.