Heu­te war auch in unse­rer Kir­che Krip­pen­spiel. Und da mei­ne Frau in der Gemein­de recht aktiv ist, hat­te sie die Lei­tung und das Skript über­nom­men. An sich kei­ne gro­ße Sache, wenn man nur ein paar Mal in de Bibel blät­tert. Je enger man sich an den Text hält, des­to schö­ner fin­den es die Leu­te. Weih­nach­ten will kei­ner expe­ri­men­tel­les Thea­ter oder eine Brecht’sche Nie­der­le­gung der vier­ten Wand. Man will Beschau­lich­keit und Kitsch. Dafür soll ein Krip­pen­spiel gut sein. Und das war es auch.

Mit­ten­drin aber fiel mir auf, welch unglaub­li­ches Glück Maria hat­te: Lief sie doch hoch­schwan­ger nach Beth­le­hem und bekam kom­pli­ka­ti­ons­frei ein Kind in einem Stall. Das war damals durch­aus kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Und auch bis auf die letz­ten 100 Jah­re und der Erfin­dung der moder­nen Gynä­ko­lo­gie nicht unge­wöhn­lich, dass die Frau oder das Kind die ers­ten Tage nach der Geburt nicht über­leb­ten — noch dazu in dem Dreck.
Da stel­le ich mir natür­lich die Fra­ge: was wäre pas­siert, hät­te sich der Kna­be Jesus in den Win­deln eine Infek­ti­on geholt? Was wür­den wir heu­te fei­ern? Win­ter­sonn­wend? Auf jeden Fall hät­te die Geschich­te der Welt völ­lig neu geschrie­ben wer­den müs­sen.
In dem Sin­ne: Fro­he Weih­nacht!