In einem Bericht über den recht medi­en­wirk­sa­men His­to­ri­ker Gui­do Knopp fand ich die bemer­kens­wer­te Ansicht:

Nach Ansicht des His­to­ri­kers dür­fen die Deut­schen stolz auf ihr Land sein. «Es gibt genü­gend Grün­de, deret­we­gen man stolz sein darf», sag­te er. «Weil wir es geschafft haben, nach 1945 vom Null­punkt ein zer­stör­tes Land – äußer­lich wie inner­lich – wie­der auf­zu­bau­en.» (netzeitung.de)

Ohne die Leis­tung mei­ner Väter und deren Väter (aber vor allem der Müt­ter) schmä­lern zu wol­len, soll­te man dazu sagen, dass es nicht die Leis­tung von „uns“ ist, son­dern wir erheb­li­che Unter­stüt­zung aus der west­li­chen Welt beka­men, allen vor­an den USA. Ohne deren Zutun hock­ten wir näm­lich immer noch in halb­ver­fal­le­nen Häu­sern, wie es unse­re Mit­bür­ger in Ost­deutsch­land 40 Jah­re tun muss­ten1 und wür­den in Zwei­tak­tern aus Leu­ko­plast her­um­knat­tern.

Auch die USA — um hier kei­nen fal­schen Ein­druck auf­kom­men zu las­sen — taten dies nicht aus rei­ner Men­schen­freu­de, son­dern im Hin­blick auf den ent­ste­hen­den „Kal­ten Krieg“, um sich an der Ost­gren­ze abzu­si­chern mit einem wil­li­gen und dank­ba­ren Vasal­len.

Der Auf­bau des Wes­tens ist mit­hin nicht unse­rer eige­nen Anstren­gung allein zu ver­dan­ken, son­dern einer poli­tisch-wirt­schaft­li­chen Kon­stel­la­ti­on, in der die USA zur wirt­schaft­li­chen Super­macht auf­stie­gen und wir in deren Wind­schat­ten fuh­ren. Ehre wem Ehre gebührt. Mir (als Teil des „wir“) bestimmt nicht.


  1. denen die Unter­stüt­zung nicht zuteil wur­de