Mit gro­ßem Getö­se wur­de da vor zwei Wochen ver­kün­det, dass man der dro­hen­den Ter­ror­ge­fahr auf deut­schem Boden die Stirn bie­ten kön­ne. Man hat­te näm­lich am Flug­ha­fen Köln/​Bonn aus einem Flug­zeug zwei jun­ge Män­ner her­aus­ge­fischt, die sich vor­her über das kom­men­de Para­dies unter­hal­ten hat­ten. Ter­ror? Inti­fa­da? Al Quai­da? Auf jeden Fall hat­te die Über­wa­chung der SMS das Wort „Para­dies“ erkannt und dann hat­ten die Spe­zi­al­kräf­te zuge­schla­gen.
Über­eif­rig, wie sich nun her­aus­stell­te. Die Leu­te sind auf frei­em Fuß, weil die Ver­dachts­mo­men­te nicht aus­rei­chen. Es han­delt sich bei dem Wort „Para­dies“ kei­nes­wegs um einen Deck­na­men für eine Ter­ror­ak­ti­on, son­dern um eine Nach­richt, mit der ein „Ter­ro­rist“ den ande­ren trös­ten woll­te, als ihn sei­ne Freun­din ver­ließ.
Kann es sein, dass da ein paar Leu­te ein­fach sehen woll­ten, was gar nicht da war?
Ange­steckt von einer Panik­ma­che, die in die­sen „Ermitt­ler­krei­sen“ ver­mut­lich um sich greift, gepaart mit einem Macht­ge­prot­ze des Staa­tes, jeden belie­bi­gen Bür­ger ergrei­fen und reflex­ar­tig ver­haf­ten zu las­sen unter dem Pos­tu­lat der Ter­ror­ab­wehr? Also ich erwar­te nach der Sie­ges­mel­dung und der dar­auf fol­gen­den Selbst­be­weih­räu­che­rung der Selbst­er­mäch­ti­ger eine öffent­li­che Ent­schul­di­gung. Aber da muss ich erst wohl bis zum Sankt Nim­mer­leins­tag war­ten, also bis ich im Para­dies bin …

Moment, da macht sich gera­de Jemand an mei­ner Tür zu schaf­fe