Letz­ten Herbst hat­te ich mir eine net­te Park­bank gekauft, um mich damit hin­ter unse­rem Gar­ten bei Son­nen­schein hin­zu­set­zen und den Frö­schen abends beim Qua­ken zuzu­hö­ren. Das machen sie dort ger­ne. Da die Park­bank aller­dings die meis­te Zeit unbe­setzt her­um­steht, bat mich mein Nach­bar, ob er sie — gegen eine klei­ne Ent­schä­di­gung — auch mal mor­gens benut­zen dür­fe für sei­nen Mor­gen­kaf­fee — wegen der Vögel und so. Klar.
Wir einig­ten uns auf eine gerin­ge Park­bank­be­nut­zungs­ge­bühr, schließ­lich ver­liert sie ja auch an Wert und muss alle paar Jah­re gestri­chen wer­den. Was ich nicht wuss­te, ist, dass er dort nicht allei­ne sit­zen woll­te (kann er auch gar nicht, denn er ist die meis­te Zeit beruf­lich sehr ein­ge­spannt), son­dern die Park­bank unse­rem Haus­meis­ter — natür­lich gegen eine klei­ne Gebühr — zeit­wei­se über­las­sen woll­te. Der wie­der­um hat­te einen Freund, einen Orni­tho­lo­gen, der jeden Sams­tag und bei gutem Wet­ter auch ger­ne drau­ßen sitzt und dazu die Park­bank nut­zen wollte.
Das war letz­ten Herbst und zog sich bis zum Früh­ling hin. Dum­mer­wei­se war der Som­mer in die­sem Jahr recht ver­reg­net, so dass der Orni­tho­lo­ge die Park­bank nicht nut­zen konn­te und von sei­ner Abma­chung zurück­trat, der Haus­meis­ter also auf eine Ein­nah­me ver­zich­ten muss­te. Die­ser wie­der­um hat­te nichts Bes­se­res zu tun, als den Aus­fall mei­nem Nach­barn anzu­las­ten und sei­ner­seits auf die Park­be­nut­zung und Gebühr zu ver­zich­ten. Dem Nach­barn natür­lich ent­gin­gen damit sei­ne Ein­künf­te, die er des­we­gen nicht mehr an mich zah­len konn­te, und ich — immer noch im Besitz der Park­bank — auch kei­ne Leih­ge­büh­ren bekomme.
Das wäre noch erträg­lich, wenn ich nicht in der Zwi­schen­zeit mit mei­nem ande­ren Nach­barn einen Rasen­mä­her gekauft hät­te (für mich allei­ne lohnt das nicht), und er das Geld vor­ge­streckt hat, das ich ihm nun zah­len muss. Dum­mer­wei­se ist das genau die Sum­me, die ich für die Ver­lei­hung der Park­bank bekom­men hätte.
Mei­ne Frau sagt, kühl ana­ly­sie­rend: „So funk­tio­niert der Kapi­ta­lis­mus, mein Lieber!“
Geld habe ich aber kei­nes gese­hen. Nun wer­de ich wohl mor­gen zum Stadt­käm­me­rer gehen und ihn fra­gen, ob mir die Stadt den Aus­fall bezahlt, immer­hin kann man die Bank dafür jetzt ja auch öffent­lich nut­zen. (Das ist mein Entgegenkommen).

Und nun die Preis­fra­ge: Was wird mir der Stadt­käm­me­rer zeigen?
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Nota bene: Ähn­lich­kei­ten mit aktu­el­len Situa­tio­nen sind gewollt.

UPDATE: ein net­ter Arti­kel in der FAZ dazu: „Ich möch­te die­ses Geld lie­ber nicht bezahlen“