Da haben wir ihn wie­der, den deut­schen Jour­na­lis­ten, der sich in Häme und selbst­ge­rech­tem Neid übt:

Offen­bar bie­ten die Grü­nen, die schon revo­lu­tio­nä­re Fami­li­en­kon­zep­te pro­pa­gier­ten, als Ursu­la von der Ley­en noch Stu­den­tin war, kein huma­nes Umfeld für dop­pel­be­las­te­te Väter. Die Kin­der fres­sen die fami­liä­re Revo­lu­ti­on.

Vor Ratz­mann hat­te auch der schles­wig-hol­stei­ni­sche Grü­nen-Chef Robert Habe­ck unter Hin­weis auf sei­ne Vater­rol­le (vier Kin­der) auf eine Vor­stand­skan­di­da­tur ver­zich­tet. Sen­si­bler Vater zu sein, pas­se nicht mit einer «immer grö­ße­ren Bru­ta­li­sie­rung der Arbeits­welt» und dem Pri­mat von Effi­zi­enz und Fle­xi­bi­li­tät zusam­men. Das gilt, die Bei­spie­le zei­gen es, auch für das Arbei­ten bei den Grü­nen.
(schreibt Tho­mas Rogal­la in der Ber­li­ner Zei­tung, über­nom­men von der net­zei­tung)

Man kann zu Kon­zep­ten der Fami­lie im Beson­de­ren und der Poli­tik der Grü­nen ste­hen wie man will, aber das ist nun eigent­li­ch ein Schlag ins Kon­tor der Väter, die sich nicht nur als Mit­tel­be­schaf­fer sehen: Dass auch der poli­ti­sche All­tag in einer expo­nier­ten Posi­ti­on nicht von der Par­tei, son­dern von der Gesell­schaft abhängt, soll­te Herrn Rogal­la auch schon mal auf­fal­len, wenn er nach­denkt.
Wenn ich in einer Fir­ma arbei­te­te, die mir alle Frei­hei­ten böte bei der Erzie­hung mei­ner Kin­der — Teil­zeit, Gleit­zeit, Betreu­ung — Alles hül­fe nichts, wenn ich zum Geschäfts­füh­rer auf­stei­ge. Dann MUSS ich eben Über­stun­den machen, auf Wochen­en­den ver­zich­ten und mich mit Geschäfts­part­nern tref­fen, die kein Ver­ständ­nis für die Befind­lich­kei­ten mei­ner Kin­der haben. Und auch als Redak­teur bei der Ber­li­ner Zei­tung kann ich mir nicht die Arbeit ein­rich­ten, wie es die Fami­lie braucht. Kon­se­quen­ter­wei­se muss man auf eines dann ver­zich­ten — oder aber dar­auf hin­ar­bei­ten, dass unse­re Gesell­schaft im Gan­zen fami­li­en­freund­li­cher wird.