Eine der gra­vie­rends­ten Schwach­stel­len bei der Bear­bei­tung lan­ger Doku­men­te mit InDe­sign ist die feh­len­de Quer­ver­weis­funk­ti­on. Sicher, man kann sich mit Hyper­links aus der Pat­sche hel­fen, aber eine ver­nünf­ti­ge Sache ist das nicht, vor allem, wenn man die doch recht kom­for­ta­ble Quer­ver­weis­ver­wal­tung aus Frame­Ma­ker kennt.

Inde­sign besitzt aus der Packung kei­ne ver­nünf­ti­ge Quer­ver­weis-Funk­tio­na­li­tät. Das wird gera­de von Redak­teu­ren, die lan­ge Doku­men­te ver­fas­sen (müs­sen) immer moniert und ist gera­de eines der stärks­ten Argu­men­te für Frame­ma­ker. Das hat sich jetzt mehr als erle­digt.

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Das dach­ten sich auch die Ent­wick­ler bei DTP-Tools und haben aus der Not eine Tugend gemacht: Da Ado­be dazu kei­ne Lösung, wohl aber eine offe­ne Schnitt­stel­le anbie­tet, füllt der Not lei­den­de Benut­zer die Lücke mit einem Plug-In. Et voi­là! So kom­for­ta­bel soll­te es eigent­lich auch mit Frame­Ma­ker gehen. Wie aber funk­tio­niert es?

Zu Quer­ver­wei­sen gehö­ren min­des­tens zwei Din­ge: Quelle/​Ziel, und das vor­de­fi­nier­te For­mat nach dem Sche­ma „sie­he …“.

Nach der Instal­la­ti­on ist der Quer­ver­weis jeder­zeit über das Kon­text­me­nü oder die Menü­leis­te auf­ruf­bar. Zusätz­lich lässt sich aus­su­chen, ob man aus dem Quer­ver­weis auch einen akti­ven Link machen möch­te, der spä­ter in der PDF ange­zeigt wird, und ob der Ver­weis „mit­le­ben“ soll. Damit wird er auto­ma­tisch aktua­li­siert, sobald sich der Inhalt des Ziels ändert.

Aber sehen wir uns das mal an

  • Öff­nen Sie das Doku­ment, aus dem der Quer­ver­weis ange­legt wer­den soll.
  • Öff­nen Sie das Ziel­do­ku­ment, also das Doku­ment, auf das der Quer­ver­weis „zie­len“ soll.
  • Mar­kie­ren Sie den Text, der zu einem Quer­ver­weis wer­den soll.
  • Öff­nen Sie das Kon­text­me­nü durch Klick mit der rech­ten Maus­tas­te.
  • Wäh­len Sie „Insert Cross-Refe­ren­ces“ im Unter­me­nü „Cross-Refe­ren­ces“.
  • Wäh­len Sie das Ziel­do­ku­ment aus dem Aus­wahl­me­nü „Docu­ment“.
  • Wäh­len Sie „Para­graphs“ (Absät­ze) als Quell­typ des Quer­ver­wei­ses. Im lin­ken Teil des Fens­ters wer­den alle Absatz­sti­le ange­zeigt, die im Ziel­do­ku­ment vor­han­den sind.
  • Wäh­len Sie den Absatz­stil, auf den ver­wie­sen wer­den soll. Im rech­ten Teil des Fens­ters wer­den alle Absät­ze des gewähl­ten Stils ange­zeigt.
  • Mar­kie­ren Sie die Über­schrift im rech­ten Teil des Fens­ters (es soll­te nur eine sein, die zur Aus­wahl steht) und wäh­len Sie das Quer­ver­weis­for­mat „Über­schrift auf Sei­te“ aus. Im Abschnitt „Cross-Refe­rence For­mat“ kön­nen Sie unter „Pre­view“ die Dar­stel­lung sehen.
  • Akti­vie­ren Sie „Crea­te Hyper­link bet­ween cross-refe­rence and source“. Dadurch wird der Hyper­link auch im PDF aktiv.
  • Bestä­ti­gen Sie mit „OK”. Der Quer­ver­weis wird im kor­rek­ten For­mat ein­ge­fügt und ist aktiv.
  • Spei­chern Sie bei­de Doku­men­te.

Sobald das Ziel­do­ku­ment geschlos­sen wird, ändert sich im Quell­do­ku­ment die Hin­ter­grund­far­be des Quer­ver­wei­ses auf rot. Damit ist erkenn­bar, dass der Quer­ver­weis nicht auto­ma­tisch aktua­li­sie­ren konn­te.

 

Sprach­ab­hän­gig

Auch wenn es den nor­ma­len Benut­zer weni­ger inter­es­siert: auf­grund der engen Ver­knüp­fung mit XML sind Quer­ver­wei­se auch sprach­ab­hän­gig zu defi­nie­ren, so dass das glei­che Quer­ver­weis­for­mat auto­ma­tisch von einer Spra­che in die ande­re wech­selt, wenn das umge­ben­de Absatz­for­mat in eine ande­ren Spra­che wech­selt. Dies ist ins­be­son­de­re für Über­set­zer eine erheb­li­che Erleich­te­rung, weil sie dadurch sicher gehen kön­nen, dass die Quer­ver­wei­se nicht zusätz­lich bear­bei­tet wer­den müs­sen.

 

Aktua­li­sie­rung

Die Soft­ware ist script­bar (VB-Skript für Win­dows, Java­Script für Mac und Win­dows), so dass bei­spiels­wei­se die Ände­rung eines bestehen­den Quer­ver­weis­for­mats im Buch kein Pro­blem dar­stellt. Falls Sie nun in einem Doku­ment das Quer­ver­weis­for­mat defi­niert haben, es aber auf meh­re­re Doku­men­te im Buch anwen­den möch­ten, so lässt sich dies über die Palet­te „Cross-Refe­ren­ces“ und „Load Refe­ren­ces“ genau­so ein­fach bewerk­stel­li­gen. Das Quell­do­ku­ment muss dabei nicht im Buch ent­hal­ten sein.