Zwei schein­bar unzu­sam­men­hän­gen­de Mel­dun­gen die­ser Woche ver­die­nen es, mal neben­ein­an­der auf der Bank zu sit­zen: Micro­soft will doch nicht mehr Yahoo haben und die Selbst­be­die­ner im Bun­des­tag grei­fen wie­der zu.
Die ers­te Mel­dung sorgt für lan­ge Gesich­ter bei den Spe­ku­lan­ten auf den inter­na­tio­na­len Akti­en­bör­sen und die Heu­schre­cken bei Yahoo waren mehr als kon­ster­niert: wie kann man nur ein Ange­bot aus­schla­gen, bei dem ein Soft­ware-Rie­se einen Hau­fen Geld auf den Tisch blät­tert1 und das aller Vor­aus­sicht nach zur kom­plet­ten Zer­schla­gung eines Inter­net­gi­gan­ten geführt hät­te. Dass die Heu­schre­cken da sprin­gen ist ver­ständ­li­ch…

Was aber hat das mit der neu­er­li­chen Diä­ten­er­hö­hung im Bun­des­tag zu tun? Immer­hin erhal­ten Abge­ord­ne­te erst­mal 7300 EUR für Anwe­sen­heit, dann noch­mals eine Rei­se­kos­ten­pau­scha­le von 3500 EUR, dazu eine Büro­kos­ten­zu­schuss von mehr als 13.000 EUR — monat­li­ch! Und das mit mei­nen Steu­er­gel­dern. Also selbst als mit­tel­mä­ßig posi­tio­nier­ter Selbst­stän­di­ger ist das sehr ordent­li­ch, muss man jetzt mal so sagen. Und trotz­dem wol­len sie wie­der mehr. Weil ja auch die Bus­fah­rer mehr krie­gen.
Und jetzt der Zusam­men­hang: Geld. Nein, Gier. Micro­soft hat die Taschen vol­ler Geld und will end­li­ch von sei­nem dahin­sie­chen­den Betriebs­sys­tem weg. Die Abge­ord­ne­ten krie­gen den Hals nicht voll und haben genug von der ewi­gen Miss­gunst der Hartz IV-Emp­fän­ger.

Krie­gen wir nicht zusam­men? Rich­tig! Micro­soft zahlt die kom­men­de Diä­ten­er­hö­hung und erkauft sich dafür das Wohl­wol­len der Abge­ord­ne­ten, damit sie end­li­ch den gan­zen Tag mit dem Inter­net Explo­r­er auf den Sei­ten von Yahoo sur­fen. Dann wären wir sie los und Micro­soft müss­te es nicht ver­steu­ern. Und Yahoo hat wie­der Leu­te, die sei­ne Sei­te auf­ru­fen.
Und mit dem gespar­ten Geld könn­ten wir mal ver­nünf­ti­ge Poli­tik machen…


  1. mehr als das Brut­to­so­zi­al­pro­dukt aller afri­ka­ni­schen Län­der süd­li­ch des Äqua­tors