Für die neue Ver­si­on haben sich die Ent­wick­ler Eini­ges ein­fal­len las­sen. tech­nisch gese­hen haben sie Omni­Graff­le 5 auf eine neue Basis gestellt und — wie es sich für gute Mac-Pro­gram­mie­rer mitt­ler­wei­le gehört — auch radi­kal alte Zöp­fe abge­schnit­ten. Wer also noch nicht auf Mac OS X 10.5 umge­stellt hat, schaut (wie man hier­zu­lan­de sagt) mit dem Ofen­rohr ins Gebirge.

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Mit ande­ren Wor­ten: Omni­Graff­le läuft nur mit Mac OS X „Leo­pard“. Über­zeug­te Mac-User wer­den jetzt sagen: „Ist nicht schlimm, es ist eh‘ das bes­te Sys­tem auf dem Markt!“ Nun, dazu kann man auch ande­rer Mei­nung sein, die Pro­gram­mie­re haben sich jeden­falls zuge­traut, trotz die­ser Ein­schrän­kung genü­gend Absatz für ihr Werk­zeug zu fin­den. Zu Recht, wie ich auch mei­ne: nach­dem ich vor ein paar Tagen mal „Visio“ aus Red­mond (übri­gens fast Nach­barn von Omni) bedie­nen muss­te, weiß ich, war­um Win­dows-Benut­zer kei­ne Visua­li­sie­run­gen mögen. Es ist fast eine Zumu­tung mit Visio zu arbei­ten. Also nahm ich mir die VSD-Datei und zog sie auf das Omni­Graff­le-Sym­bol. Schwupps, da war sie. Und ich kann sie kom­for­ta­bel ver­lust­frei bearbeiten.

Was aber hat sich zwi­schen Omni­Graff­le 4 und 5 geän­dert außer der Code-Basis, von der der Benut­zer mög­lichst nichts mit­be­kom­men soll? Das Inter­face und die Geschwin­dig­keit. Und die Funk­tio­nen, natürlich.

Was Sie visua­li­sie­ren, hängt nur von Ihrer Fan­ta­sie ab. (c) Omnigroup/​Böttiger

Automatisches Layout.

Das gab es in der letz­ten Ver­si­on auch, aller­dings nicht so schnell und viel­fäl­tig. Geht fol­gen­der­ma­ßen: Sie öff­nen ein neu­es Doku­ment und wäh­len eine Vor­la­ge aus. Falls Sie schon selbst eine Vor­la­ge ange­legt haben, kön­nen Sie die­se auch neh­men. Dann wech­seln Sie in die neue Glie­de­rungs­leis­te (B), die jetzt par­al­lel zur Foli­en­leis­te (A) dar­ge­stellt wer­den kann. Und dann tip­pen Sie los. Im Haupt­fens­ter geschieht jetzt wun­der­sa­mes: Omni­Graff­le legt den Ein­trag in eine Form hin­ein und zen­triert die­se auf der Folie. Den nächs­ten Ein­trag legt Graff­le dane­ben. Tip­pen Sie die Tab-Tas­te, wird in der Glie­de­rungs­leis­te der Ein­trag ein­ge­rückt und im Haupt­fens­ter auto­ma­tisch mit dem vori­gen Ein­trag ver­bun­den. Es ist jetzt ein „Nach­fah­re“, der alle Ein­stel­lun­gen des Vor­fah­ren über­nimmt (eine Vor­stel­lung davon bekom­men Sie hier, aller­dings mit Omni­Grafflle 4)

Shared Layers“.

Das sind gemein­sam genutz­te Ebe­nen (ja, auch das gibt es), die jeder Folie zuge­teilt wer­den kön­nen. So kann bei­spiels­wei­se Folie 2, 3 und 7 die sel­be Hin­ter­grund oder Vor­der­grun­de­be­ne nut­zen. Aus jeder Folie her­aus kann die­se Ebe­ne geän­dert wer­den und ändert sich damit auch für alle ande­ren Foli­en, die auf sie ver­wei­sen. In wel­cher Ebe­nen-Hier­ar­chie die gemein­sam genut­ze Ebe­ne lieht, ist voll­kom­men gleichgültig.

Verwaltete Stile.

Wäh­len Sie ein Objekt aus und unter­halb des Haupt­fens­ters wer­den sei­ne Ein­stel­lun­gen ange­zeigt, sowohl gesamt als auch getrennt. Falls das Objekt bei­spiels­wei­se ein Recht­eck ist mit grü­ner Umran­dung von 1mm, rotem Fül­lungs­gra­di­en­ten und Text mit 10 Punkt Opti­ma fett (sieht graus­lich aus, ich weiß), dann wer­den alle Para­me­ter im „Style Tray“ neben­ein­a­ner dar­ge­stellt. Und ein einem „Style chit“ zusam­men gefasst. Wäh­len Sie nun ein Objekt aus und zie­hen Sie das Chit (oder einen Para­me­ter) auf ein ande­res Objekt oder eine Grup­pe glei­cher Objek­te im Inspek­tor, kön­nen Sie die­se mit einem Schlag ändern. Das funk­tio­niert übri­gens auch über Doku­ment­gren­zen hin­weg. Falls Sie die Wer­te in einem andern Doku­ment benö­ti­gen, zie­hen Sie das Chit ein­fach auf das Objekt im zwei­ten Dokument.

Dimensionen.

Stel­len Sie sich vor, Sie pla­nen Ihren Vor­gar­ten neu oder Ihr Büro muss umge­räumt wer­den und sie wis­sen nicht, ob der Tisch auch dann noch in die Ecke passt, wen dane­ben das Regal steht und Sie die Tür auf­rei­ßen. Sie haben aber nur die Grund­ma­ße. Jetzt kön­nen Sie ent­we­der mit Taschen­rech­ner die Maße umrech­nen, um maß­stabs­ge­treu den Plan anzu­le­gen. Sie kön­nen aber auch in Omni­Graff­le den Maß­stab ein­stel­len. Alle Grö­ßen­an­ga­ben wer­den damit kor­rekt auf­ein­an­der bezo­gen. Jedes Objekt, dass Sie ein­zeich­nen, wird maß­stabs­ge­treu dar­ge­stellt — ohne Rechenfehler.

Bezier-Kurven

Jetzt kön­nen Sie auf der Folie Kur­ven zeich­nen wie in einem „gro­ßen“ Grafikprogramm.

Maskierungen

Sie zeich­nen ein belie­bi­ges Objekt mit geschlos­se­nen Kur­ven und akti­vie­ren den Modus „Hin­ter­grund­bild“. Sofort haben sie Zugriff auf die iPho­to-Daten­bank oder einen ande­ren Bil­der­ord­ner, aus dem Sie das Bild aus­wäh­len, sei­ne Ska­lie­rung und Trans­pa­renz sowie Anpas­sung an das Objekt fest­le­gen kön­nen. Dazu kön­nen Sie ent­schei­den, ob es refren­ziert oder ein­ge­bet­tet wer­den soll.

Wenn Ihnen jetzt die Visua­li­sie­run­gen immer noch kei­ne Freu­de machen sol­len, dann dür­fen Sie ruhig bei Visio bleiben.