Das ist ein indus­tri­el­ler Ver­fall mit Ansa­ge: Und wie­der schlägt der „Share­hol­der-Value“ zu bei Sie­mens. Nach­dem man sich für teu­res Geld aus der Han­dy-Spar­te frei­ge­kauft hat­te wird jetzt der nächs­te Geschäfts­zweig (und mit ihm tau­sen­de Stel­len) abge­sägt: Tele­fon­an­la­gen.

Der Per­so­nal­ab­bau sei auch durch den Druck neu­er Anbie­ter wie Micro­soft oder chi­ne­si­sche Unter­neh­men zustan­de gekom­men, die einen Preis­ver­fall aus­ge­löst hät­ten. Die Prei­se bei Sie­mens lägen 30 bis 40 Pro­zent über denen der Kon­kur­ren­ten. Ein wei­te­res Hin­der­nis beim Ver­kauf sei­en ver­al­te­te Pro­duk­te im Ange­bot der SEN. Vie­le Unter­neh­men nutz­ten inzwi­schen neue Tech­no­lo­gi­en wie IP-Tele­fo­nie übers Inter­net. (BR-online)

Es ist bei die­sen Kolos­sen wie Sie­mens schon erstaun­lich, dass sie in einer Tech­no­lo­gie erst füh­ren, dann die Inno­va­ti­on völ­lig ver­schla­fen und schließ­lich behaup­ten, sie sei­en von der „neu­en“ Tech­no­lo­gie über­rascht wor­den.1 Und dann greift wie­der das alte Spiel: um die Unter­neh­mens­zah­len auf­zu­po­lie­ren, schmeißt man Leu­te raus, weil man damit am schnells­ten das Ver­sa­gen der letz­ten Jah­re kaschie­ren kann.

Als ich stu­dier­te, war eine Anstel­lung bei Sie­mens der Traum fast aller mei­ner Mit­stu­den­ten: gutes Geld für gute Arbeit und eine lebens­lan­ge Anstel­lung. Ha! Die hat­ten die Rech­nung ohne die Betriebs­wirt­schaft­ler aus dem Nach­bar­ge­bäu­de gemacht. Die bekom­men näm­lich Geld für den Raus­schmiss mög­lichst vie­ler Leu­te, ein „Kopf­geld“ sozu­sa­gen.
Sehen wir es mal so: Das Geld ent­le­digt sich der Men­schen. So ändern sich die Zei­ten.


  1. Für eini­ge Top-Mana­ger bei Sie­mens ist wahr­schein­lich auch Excel das Non-plus-ultra der Daten­bank-Tech­no­lo­gie.