Jetzt ist ja der­zeit Mün­chen die Haupt­stadt der Sand­kas­ten­krie­ger: die „Sicher­heits­kon­fe­renz“ mit „Schlag-sie alle-tot-dann-ist endlich-Ruhe“-Teltschik1 als Vor­sit­zen­dem.
War­um heißt die­se Ver­an­stal­tung eigent­lich „Sicher­heits­kon­fe­renz“, wenn es nur dar­um geht, aus mii­tär-oppor­tu­nis­ti­schen Grün­den die Zahl der Men­schen zu erhö­hen, die durch Waf­fen­ge­walt zum Ver­re­cken und Zer­fet­zen geschickt wer­den? Ich mei­ne „Abschlacht­kon­fe­renz“ wäre doch wesent­lich ehr­li­cher.
Nun wol­len sie wie­der die Anzahl der Sol­da­ten erhö­hen, die sich im Namen der euro­päi­schen Sicher­heit im fer­nen Afgha­ni­stan und im Irak töten las­sen sol­len. Selt­sa­mer­wei­se hat sich die Lage dort trotz (oder wegen?) der vie­len Opfer und Sol­da­ten über­haupt nicht gebes­sert. Viel­leicht sind Sol­da­ten ja gar nicht das rich­ti­ge Mit­tel gegen eine Bevöl­ke­rung, die sich Frie­den wünscht2?
Jetzt haben uns unse­re gro­ßen Vor­bil­der jen­seits des Teichs, an die sich unse­re Poli­ti­ker aus per­sön­li­cher Ent­schei­dungs­schwä­che und Kon­zep­ti­ons­lo­sig­keit freu­dig dran­ge­hängt haben, zwei Schlacht­or­te pro­du­ziert:

  • in Afgha­ni­stan, weil sie dort einen Popanz namens „inter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus“ aus­ge­macht zu haben glaub­ten — und nun völ­lig erstaunt dar­über sind, dass die Leu­te dort dies als Über­fall und Annek­ti­on emp­fin­den,
  • im Irak, weil sie dort ans Öl woll­ten. Dort waren die Leu­te zwar froh (die meis­ten jeden­falls), den Dik­ta­tor und Schläch­ter Sad­dam Hus­sein los zu sein, es exis­tiert aber bis heu­te kein Plan, was man da eigent­lich macht, wenn Hus­sein tot ist und das Land regiert wer­den muss.

Und dann hocken sich die Her­ren in fei­nen Anzü­gen in die bes­te Adres­se am Ort in Mün­chen, las­sen sich von Hun­dert­schaf­ten bewa­chen3 und for­dern mehr Krieg, mehr Tote und noch mehr Leid. Nur nicht das Eige­ne…
„‚For­ward!‘ he cried from the rear and the front rank died.“ (R. Waters, Pink Floyd)


  1. Es ist die Tra­gik jeder Demo­kra­tie, dass bei uns jeder sei­ne Mei­nung öffent­lich ver­tre­ten darf und dass man poli­tisch Ver­ant­wort­li­che in einer Demo­kra­tie schüt­zen muss. In Dik­ta­tu­ren wür­de so etwas nicht pas­sie­ren.“ Quel­le: wiki­pe­dia 

  2. in den Sieb­zi­gern gab es mal den Spruch: „Fighting for peace is like fuck­ing for vir­gini­ty“. 

  3. Die wer­den mit unse­ren Steu­er­gel­dern bezahlt