Heu­te mor­gen auf BR-online lese ich kurz einen Arti­kel, der mir fast wie ein Pro­dukt aus einem Par­al­lel­uni­ver­sum vor­kommt. Es geht um die ver­mehrt auf­tre­ten­de Seu­chen­ge­fahr (Sal­mo­nel­len und ähn­li­ches), wobei der Mensch als eigent­li­cher Urhe­ber aus­ge­macht ist: wir ver­sau­en unse­re Umwelt mit Agrar­in­dus­trie und wun­dern uns über deren nach­las­sen­de Resis­tenz.

Das ist nichts Neu­es, schon die Ärz­te war­nen seit Jah­ren vor den Fol­gen des Anti­bio­ti­ka-Kon­sums bei Mensch und Tier. Die Bak­te­ri­en­stäm­me pas­sen sich näm­lich schnel­ler an als man mit der For­schung nach­kommt. Und jetzt die For­de­rung:

Marc Levy vom Earth Insti­tu­te der Colum­bia Uni­ver­si­tät in New York emp­fiehlt, Regio­nen mit einem hohen Anteil von Wild­nis zu schüt­zen und die dar­in leben­den Wild­tie­re von den Men­schen getrennt zu hal­ten. „Wenn wir eine Puf­fer­zo­ne rund um eine Wild­nis schaf­fen könn­ten, dann wäre das sowohl für die Men­schen als auch für die Tie­re von Vor­teil“, sagt er.

So ein Quatsch. Um wel­che Wild­nis soll man denn eine Puf­fer­zo­ne ein­rich­ten? In Euro­pa? Da gibt es kei­ne Wild­nis außer bei mir im Gar­ten. Und wenn schon der Mensch die Ursa­che ist, dann muss man um den einen Zaun zie­hen. Aber wer soll das machen?
Die­ser Vor­schlag ist irgend­wie welt­fremd: er dis­kre­di­tiert die gesam­te For­schung in dem Bereich und ver­hilft dadurch zu ihrer Nicht­be­ach­tung. Sowas will ja kei­ner hören. Bis es zu spät ist. Und dann kann er sich nicht hin­stel­len und behaup­ten, er hät­te es ja schon immer gesagt. Denn was wir Men­schen gar nicht ver­tra­gen, sind Bes­ser­wis­ser und Klug­schei­ßer, die uns in unse­rer Bequem­lich­keit aus dem Tritt brin­gen. Es geht ums Wirt­schafts­wachs­tum. „It’s the eco­no­my, stu­pid!“
Und wir wer­den auch unser Geld noch essen. Schon weil wir nichts ande­res mehr haben wer­den…