Ich weiß nicht, ob es wirk­li­ch so ist, aber ich habe den Ein­druck, dass in den offi­zi­el­len Wet­ter­ver­laut­ba­run­gen1 in den Öffent­li­ch-Recht­li­chen eine klei­ne Anmer­kung fehlt: „Für die­se Jah­res­zeit zu warm.“
Das fin­de ich inter­es­sant, denn immer­hin haben wir Mit­te Janu­ar und mein Wet­ter-Wid­get kün­digt mir für Mün­chen Tem­pe­ra­tu­ren über 10 °C an. Das ist zu warm. Defi­ni­tiv. Min­des­tens 15 °C zuviel. War­um aber fällt die­ser Satz nicht? Ist das mitt­ler­wei­le ein All­ge­mein­platz gewor­den? Ist die sta­tis­ti­sche Tem­pe­ra­tur­to­le­ranz mitt­ler­wei­le so groß, dass auch Abwei­chun­gen von +/​- 15 °C nor­mal sind?
Oder will man da eine Panik ver­mei­den und den Leu­ten nicht per­ma­nent auf den Pelz hau­en, dass sie mit ihrem mit­tel­eu­ro­päi­schen Lebens­wan­del — aller Kin­der­ar­mut und Alters­ar­mut zum Trotz — für der­ar­ti­ge Wet­ter­ab­wei­chun­gen mit­ver­ant­wort­li­ch sind?
Wahr­schein­li­ch müs­sen wir uns ein­fach dran gewöh­nen, dass es kei­ne „nor­ma­le“ Tem­pe­ra­tur für eine bestimm­te Jah­res­zeit mehr gibt. Und der Wet­ter­be­richt als Aus­druck hoch­kom­ple­x­er mathe­ma­ti­scher Pro­zes­se greift dem mit nüch­ter­ner Sta­tis­tik ein­fach vor.


  1. ich schaue mir ger­ne den Wet­ter­be­richt an, das ist der ein­zi­ge Teil im Fern­se­hen, wo ich davon aus­ge­hen kann, dass sie nicht lügen, die irren sich höchs­tens im Datum…